„Und wenn es richtig kalt wird?" — das ist die Frage, die vor fast jedem Wärmepumpen-Kauf kommt. Sie ist berechtigt, und sie hat eine klare Antwort. Die liegt nur nicht bei „ja, das geht schon", sondern bei einem Wert, den kaum jemand kennt: dem Bivalenzpunkt. Wer den versteht, versteht das ganze Winterverhalten seiner Heizung.
Das solltest du wissen
- Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten weit in den Minusbereich hinein — für die Bosch-Serie CS5800i/6800i nennen die Produktdaten einen Betriebsbereich von −22 bis +45 °C.
- Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der ein zweiter Wärmeerzeuger zuschaltet. Er wird eingestellt, nicht vom Gerät vorgegeben.
- Die Normaußentemperatur deines Orts entscheidet über die Auslegung — sie ist in der DIN EN 12831 ortsbezogen tabelliert.
- Der COP sinkt bei Kälte deutlich: bei den 4- bis 7-kW-Bosch-Geräten von 4,8 bei +7 °C auf 2,3 bis 2,9 bei −7 °C. Die Heizung läuft weiter, sie wird nur teurer.
- Abtauen ist normal, kein Defekt. Das Gerät dreht den Kreislauf kurz um und taut den Verdampfer frei.
Du planst eine neue Wärmepumpe? Hier siehst du unsere Wärmepumpen von Bosch und Viessmann im Überblick – oder du lässt dich kostenlos von unseren Fachberatern beraten.
Funktioniert eine Wärmepumpe im Winter überhaupt?
Ja — und zwar physikalisch gesehen problemlos. Auch Luft mit −10 °C enthält noch Wärmeenergie, die eine Wärmepumpe nutzen kann. Die Untergrenze ist nicht die Physik, sondern die Freigabe des Herstellers: Für die bei uns erhältliche Bosch-Serie CS5800i/6800i AW nennen die Produktdaten einen Betriebsbereich von −22 °C bis +45 °C. Solche Temperaturen erreicht in Deutschland selbst ein strenger Winter nur in wenigen Regionen und nur für Stunden.
Auch die erreichbare Vorlauftemperatur bricht bei Kälte nicht zusammen. Bosch gibt für die Compress 6800i AW an, dass sie selbst bei −10 °C Außentemperatur noch bis zu 65 °C für das Heizsystem liefert; die maximale Vorlauftemperatur liegt bei 75 °C. Die Viessmann Vitocal 250-A erreicht laut Datenblatt bis zu 70 °C bei −10 °C.
Was sich ändert, ist nicht das Ob, sondern das Wie effizient. Und dafür gibt es zwei Kennzahlen, die du kennen solltest — den Bivalenzpunkt und die Normaußentemperatur.
Der Bivalenzpunkt: der wichtigste Wert, den kaum jemand kennt
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, bei der die Wärmepumpe allein den Wärmebedarf des Hauses nicht mehr deckt und ein zweiter Wärmeerzeuger einspringt — bei modernen Anlagen fast immer ein elektrischer Heizstab. Er liegt üblicherweise im leichten Minusbereich, der konkrete Wert ergibt sich aus deinem Gebäude.
Das Entscheidende daran: Der Bivalenzpunkt ist keine Geräteeigenschaft, sondern eine Einstellung. Er ergibt sich aus dem Verhältnis von Gerätegröße zur Heizlast deines Hauses und wird bei der Inbetriebnahme in der Regelung hinterlegt. Ein größeres Gerät verschiebt ihn nach unten, ein kleineres nach oben.
Warum man ihn nicht einfach ans untere Ende legt: Eine Wärmepumpe, die selbst den kältesten Tag des Jahres allein schafft, ist an den übrigen Tagen zu groß. Sie taktet, verschleißt schneller und arbeitet ineffizient. Die kluge Auslegung deckt den weit überwiegenden Teil der Heizarbeit ab und lässt die letzten Prozent vom Heizstab erledigen. Mehr zu Winterlast und Verschleiß steht im Ratgeber zur Lebensdauer einer Wärmepumpe.
Monovalent, bivalent, teilparallel — was die Begriffe bedeuten
- Monovalent: Die Wärmepumpe deckt den gesamten Bedarf allein, ohne zweiten Erzeuger. Möglich bei gut gedämmten Häusern mit niedriger Vorlauftemperatur.
- Bivalent-alternativ: Unterhalb des Bivalenzpunkts schaltet die Wärmepumpe ab, der zweite Erzeuger übernimmt komplett. Typisch bei Hybridanlagen mit Gaskessel.
- Bivalent-parallel: Beide laufen gemeinsam. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Heizstab ist das der Normalfall — die Wärmepumpe liefert weiter, was sie kann, der Heizstab deckt nur die Lücke.
Die meisten modernen Anlagen mit R290 fahren monovalent oder bivalent-parallel. Zur Kombination mit einem bestehenden Kessel haben wir den Ratgeber Hybridheizung.
Monoenergetisch: Wärmepumpe plus Heizstab
Arbeitet der zweite Wärmeerzeuger wie die Wärmepumpe mit Strom, heißt die Betriebsweise monoenergetisch. Bis zu einer festgelegten Leistung heizt die Wärmepumpe allein, darüber schaltet der elektrische Zuheizer parallel dazu. Streng genommen ist auch das eine bivalente Anlage, nur eben mit Strom als einziger Energie. Ist der Partner ein Gas- oder Ölkessel, spricht man einfach von bivalentem Betrieb.
In der Viessmann Vitocal 250-A übernimmt diese Aufgabe ein eingebauter Heizwasser-Durchlauferhitzer mit bis zu 8 kW, schaltbar in drei Stufen von 2,4, 2,4 und 3,2 kW. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen rät der Bundesverband Wärmepumpe ausdrücklich davon ab, einen monovalenten Betrieb anzustreben: Ein kleiner Anteil Heizstab erlaubt ein kleineres Gerät, das seltener taktet.
Normaußentemperatur: der Wert, auf den ausgelegt wird
Die Normaußentemperatur ist die tiefste Zweitagesmitteltemperatur, die an deinem Ort statistisch zehnmal in zwanzig Jahren erreicht wird. Sie stammt aus der Heizlastnorm DIN EN 12831 und ist ortsbezogen tabelliert — dein Fachbetrieb schlägt sie für deine Postleitzahl nach.
In Deutschland liegt sie je nach Region im deutlich zweistelligen Minusbereich, in höheren und kontinentaleren Lagen tiefer als in Küstennähe. Welcher Wert für dich gilt, ist keine Schätzfrage — er steht in der Norm und gehört in jede seriöse Heizlastberechnung.
Was das praktisch heißt: Die Heizlast wird für genau diese Temperatur berechnet. Liegt dein Bivalenzpunkt darüber, arbeitet der Heizstab in dem Bereich dazwischen mit. Wie oft das im Jahr vorkommt, ist überschaubar — in den meisten deutschen Regionen sind das wenige Tage. Die Auslegung selbst erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Leistung berechnen.
Bivalenzpunkt berechnen: so wird er bestimmt
Der Bivalenzpunkt ist der Schnittpunkt zweier Linien. Die erste ist die Heizlast deines Hauses: Sie ist an der Normaußentemperatur am größten und sinkt bis zur Heizgrenze, oberhalb der nicht mehr geheizt werden muss. Die zweite ist die höchste Heizleistung, die die Wärmepumpe bei der jeweiligen Außentemperatur und Vorlauftemperatur schafft. Wo die Wärmepumpe die Heizlast gerade noch allein deckt, liegt der Bivalenzpunkt.
- Norm-Heizlast berechnen nach DIN EN 12831-1, für jeden Raum und für das ganze Gebäude.
- Normaußentemperatur ablesen für deinen Standort, zum Beispiel aus der Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe.
- Heizlastlinie ziehen von der Normaußentemperatur bis zur Heizgrenze. Im Beispiel des Verbands liegt die Heizgrenze bei 15 °C.
- Leistungsdiagramm des Geräts darüberlegen, und zwar für die Vorlauftemperatur, die dein Haus braucht. Der Schnittpunkt ist der Bivalenzpunkt.
- Wert in der Regelung hinterlegen, damit der Zuheizer erst unterhalb dieser Außentemperatur hilft.
Rechenbeispiel: drei Gerätegrößen für dasselbe Haus
Der Bundesverband Wärmepumpe rechnet in seinem Leitfaden zur Dimensionierung (Stand 09/2026) ein Einfamilienhaus von 1970 in Potsdam durch: Norm-Heizlast 10 kW, Normaußentemperatur −12 °C, Vorlauf 55 °C, Heizgrenze 15 °C. Drei verschieden große Wärmepumpen ergeben drei Bivalenzpunkte:
| Kennwert | zu klein | passend | zu groß |
|---|---|---|---|
| Heizleistung der Wärmepumpe bei −12 °C | 4,2 kW | 6,5 kW | 8,8 kW |
| Anteil an der Norm-Heizlast | 42 % | 65 % | 88 % |
| Bivalenzpunkt | 0,5 °C | −5 °C | −10 °C |
| Anteil der Wärmepumpe an der Jahresheizarbeit | 92,5 % | 98,8 % | 99,0 % |
| Anteil des Heizstabs | 7,5 % | 1,2 % | 1,0 % |
| Jahresarbeitszahl bei 55 °C Vorlauf | 3,1 | 3,5 | 3,3 |
Das Ergebnis: Die passende Wärmepumpe erreicht die beste Jahresarbeitszahl, obwohl ihr Heizstab etwas mehr arbeitet als bei der großen. Der Verband empfiehlt, dass die Wärmepumpe bei Normaußentemperatur 50 bis 80 % der Norm-Heizlast schafft. Kennt man nur ihre Leistung bei −7 °C, gelten 70 bis 90 %. Ein Bivalenzpunkt um −5 °C ist in diesem Beispiel also kein Mangel, sondern das Ergebnis einer guten Auslegung.
Was die Leistung bei Minusgraden wirklich macht
Hier lohnt der Blick ins echte Datenblatt statt in Werbeversprechen. Die Werte der Bosch-Serie CS5800i/6800i AW in den Leistungsklassen 4, 5 und 7 kW nach EN 14511, jeweils bei 35 °C Vorlauf:
| Gerätegröße | COP bei +7 °C | COP bei +2 °C | COP bei −7 °C | Heizleistung bei −7 °C |
|---|---|---|---|---|
| 4 kW | 4,8 | 3,9 | 2,9 | 3,9 kW |
| 5 kW | 4,8 | 3,9 | 2,5 | 5,4 kW |
| 7 kW | 4,8 | 3,6 | 2,3 | 6,4 kW |
Angaben nach Bosch-Produktdaten der Serie CS5800i/6800i AW für die genannten Leistungsgrößen, Stand September 2026. Für größere Geräte gelten die Werte des jeweiligen Datenblatts.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Die Heizleistung bricht bei Kälte nicht ein: Bei −7 °C liefern die drei Größen laut Tabelle noch 3,9, 5,4 und 6,4 kW. Der Inverter dreht den Verdichter hoch, weil das Haus mehr braucht. Zweitens: Der COP halbiert sich fast. Aus 4,8 werden 2,3 bis 2,9 — aus einer Kilowattstunde Strom werden statt knapp fünf nur noch etwa zweieinhalb Kilowattstunden Wärme.
Und genau das ist die ehrliche Antwort auf die Winterfrage: Die Wärmepumpe hört nicht auf zu heizen, sie wird teurer. Ein COP von 2,5 ist immer noch deutlich besser als jede Direktheizung — aber eben kein Wert, mit dem man im Marketing wirbt. Wie sich das übers Jahr mittelt, rechnen die Ratgeber Wärmepumpe JAZ und Wärmepumpe COP vor; was am Ende auf der Stromrechnung steht, der Ratgeber Wärmepumpe Stromverbrauch.
Tipp
Du vergleichst gerade Geräte? In der Übersicht unserer Wärmepumpen findest du die Bosch- und Viessmann-Pakete, die wir führen. Bei Fragen beraten dich unsere Fachberater kostenlos – Beratung anfragen oder telefonisch unter 089 248813740.
Der Heizstab: wann er anspringt und was er kostet
Der elektrische Zuheizer sitzt in der Inneneinheit und springt in drei Situationen an: unterhalb des Bivalenzpunkts, beim Abtauen als kurzfristige Stütze, und bei der Legionellenschaltung für das Warmwasser.
Rechne einmal ehrlich durch, was er kostet. Ein Heizstab arbeitet mit einem Wirkungsgrad von 1 — aus einer Kilowattstunde Strom wird eine Kilowattstunde Wärme. Bei 30 ct/kWh kostet die Kilowattstunde Wärme also 30 Cent. Die Wärmepumpe liefert bei einem COP von 2,5 dieselbe Kilowattstunde für 12 Cent. Der Heizstab ist damit zweieinhalbmal so teuer.
Solange er nur an wenigen Tagen und nur für die Spitze läuft, fällt das kaum ins Gewicht. Problematisch wird es, wenn er dauernd mitläuft — und das ist fast immer ein Zeichen für eine falsch eingestellte Anlage: zu hohe Vorlauftemperatur, zu hoher Bivalenzpunkt oder eine unterdimensionierte Wärmepumpe. Wenn deine Stromrechnung im Winter explodiert, ist das der erste Punkt, den du prüfen lassen solltest.
Ein Nebenaspekt: Wärmepumpen mit eigenem Zähler fallen unter die Regelungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Was der Netzbetreiber darf und was das im Alltag bedeutet, steht im Ratgeber Wärmepumpe Sperrzeiten, den passenden Tarif behandelt Wärmepumpe Stromtarif.
Abtauen und Vereisung: normal, nicht kaputt
Bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt und hoher Luftfeuchte schlägt sich Kondenswasser am Verdampfer nieder und gefriert. Das ist unvermeidlich: Der Verdampfer ist kälter als die Umgebungsluft, sonst würde er ihr keine Wärme entziehen.
Dagegen hat jede Wärmepumpe eine Abtaufunktion. Das Gerät dreht den Kältekreis für einige Minuten um und schickt warmes Kältemittel durch den Verdampfer, bis die Eisschicht abgetaut ist. Danach läuft der Heizbetrieb weiter. Woran du das erkennst:
- Der Ventilator steht still oder läuft langsamer
- Es dampft sichtbar aus dem Gerät
- Es tropft oder rinnt unter der Außeneinheit
- Kurzzeitig kommt weniger Wärme ins Haus
Das ist alles normal. Wie oft und wie lange abgetaut wird, steuert die Regelung je nach Witterung — die genauen Intervalle stehen in der Gerätedokumentation. Auffällig wird es erst, wenn das Gerät dauerhaft vereist bleibt oder die Abtauintervalle immer kürzer werden. Dann stimmt etwas nicht, meist mit dem Kondensatablauf oder dem Aufstellort. Mehr zu Aufstellort und Vereisung steht im Ratgeber zum Außengerät.
Wenn das Eis unter dem Gerät stehenbleibt
Der häufigste Winterfehler ist nicht das Gerät, sondern der Untergrund. Das Abtauwasser muss frei abfließen können. Läuft es auf eine ebene Betonplatte oder in eine Wanne, gefriert es dort und baut über Tage einen Eisteller auf, der bis an den Verdampfer heranwachsen kann. Richtig ist ein Kiesbett mit Gefälle oder ein Kondensatablauf ins Frostfreie — beides wird beim Fundament entschieden, nicht nachträglich.
Frostschutz: was bei Stromausfall passiert
Bei einem Monoblock steht Heizwasser in der Außeneinheit. Fällt im Winter der Strom für längere Zeit aus, kann es dort einfrieren — und gefrierendes Wasser sprengt Wärmetauscher. Dagegen gibt es zwei Wege:
- Automatische Frostschutzfunktion: Die Regelung lässt die Umwälzpumpe bei niedrigen Temperaturen laufen, damit das Wasser in Bewegung bleibt. Das funktioniert nur mit Strom.
- Frostschutzmittel im Heizkreis: Ein Glykol-Wasser-Gemisch friert erst deutlich tiefer ein. Deshalb heißen manche Varianten ausdrücklich „Antifreeze" — die Viessmann Vitocal 250-A Modular, die wir führen, ist genau so eine Ausführung.
Welcher Weg bei dir richtig ist, hängt von Standort und Ausfallrisiko ab. Frostschutzmittel senkt die Wärmekapazität geringfügig und will bei der Auslegung berücksichtigt werden — das gehört in die Planung des Fachbetriebs, nicht in eine nachträgliche Bastellösung.
Effizienz im Winter — und was du selbst dagegen tun kannst
Der COP-Abfall bei Kälte lässt sich nicht abschalten, aber sein Effekt lässt sich begrenzen. Der Hebel ist immer derselbe: die Vorlauftemperatur. Jedes Grad weniger verbessert die Arbeitszahl spürbar — und im Winter, wenn die Anlage ohnehin am härtesten arbeitet, wirkt das am stärksten.
Drei Maßnahmen, die wirklich etwas bringen:
- Hydraulischer Abgleich. Ohne ihn braucht der kälteste Raum eine hohe Vorlauftemperatur für alle. Bei geförderten Anlagen ist er ohnehin Pflicht.
- Größere Heizflächen in den kritischen Räumen. Oft reicht der Tausch von zwei oder drei Heizkörpern, um die Vorlauftemperatur im ganzen Haus zu senken. Details im Ratgeber Wärmepumpe und Heizkörper.
- Keine Nachtabsenkung bei Wärmepumpen. Was bei der Gasheizung sinnvoll war, kostet hier: Das Wiederaufheizen am Morgen verlangt genau die hohe Vorlauftemperatur, die man vermeiden will.
Wenn dein Haus dauerhaft sehr hohe Vorlauftemperaturen braucht, wird es für eine Standard-Wärmepumpe eng — dann führt der Weg über eine Hochtemperatur-Wärmepumpe oder über den Tausch der Heizflächen. Ob dein Altbau grundsätzlich geeignet ist, klärt der Ratgeber Wärmepumpe im Altbau. Und die ehrliche Gegenseite steht im Ratgeber Wärmepumpe Nachteile.
Welche Geräte für kalte Lagen taugen
Zwei Kriterien zählen: der zugelassene Betriebsbereich und die Vorlauftemperatur, die das Gerät bei Kälte noch schafft.
Die Bosch Wärmepumpen der Serie CS5800i/6800i nutzen das natürliche Kältemittel R290 mit einem GWP von 3 und erreichen bis zu 60 °C (5800i) bzw. 75 °C (6800i) Vorlauftemperatur; für die 6800i nennt der Hersteller bei −10 °C Außentemperatur noch bis zu 65 °C. Die Komplettpakete gibt es in 4, 5, 7, 10 und 12 kW — die 5800i ab 8.499 €, die 6800i ab 9.299 €, jeweils mit Außeneinheit, wandhängender Inneneinheit, Warmwasserspeicher und Pufferspeicher.
Die Viessmann Vitocal 250-A Modular hält bis zu 70 °C Vorlauftemperatur auch bei −10 °C Außentemperatur — das ist der Wert, der im Altbau mit Heizkörpern den Unterschied macht. Sie ist in den Größen A08, A10 und A13 erhältlich, ab 11.750,75 €, mit einem Speichermodul aus 300 Litern Warmwasser und 75 Litern Heizwasser-Puffer.
Warum R290 dabei technisch der Schlüssel ist, erklärt der Ratgeber Propan-Wärmepumpe; warum die Monoblock-Bauart im Winter unkomplizierter ist, der Ratgeber Monoblock-Wärmepumpe. Den Gesamtüberblick gibt die Kategorie Wärmepumpen, das komplette Wärmeprogramm die Kategorie Heizsysteme.
Häufige Fragen
Wie funktioniert eine Wärmepumpe im Winter?
Genauso wie im Sommer — sie entzieht der Außenluft Wärme und hebt sie mit Strom auf Heizniveau. Auch Luft mit −10 °C enthält dafür genug Energie. Was sich ändert, ist die Effizienz: Bei den 4- bis 7-kW-Bosch-Geräten fällt der COP von 4,8 bei +7 °C auf 2,3 bis 2,9 bei −7 °C. Unterhalb des eingestellten Bivalenzpunkts unterstützt zusätzlich der elektrische Heizstab.
Was ist der Bivalenzpunkt?
Die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe den Wärmebedarf nicht mehr allein deckt und ein zweiter Wärmeerzeuger zuschaltet — meist ein Heizstab. Er ist eine Einstellung in der Regelung, keine feste Geräteeigenschaft, und ergibt sich aus Gerätegröße und Heizlast des Gebäudes.
Bis wie viel Grad minus funktioniert eine Wärmepumpe?
Das steht im Datenblatt. Für die Bosch-Serie CS5800i/6800i AW nennen die Produktdaten einen Betriebsbereich von −22 °C bis +45 °C. Solche Temperaturen treten in Deutschland selten und nur kurz auf. Die Heizleistung bricht dabei nicht ein — der Inverter dreht hoch — aber die Effizienz sinkt.
Warum vereist meine Wärmepumpe?
Weil der Verdampfer kälter ist als die Umgebungsluft und sich Luftfeuchte daran niederschlägt und gefriert. Das passiert vor allem um den Gefrierpunkt bei feuchtem Wetter und ist normal. Das Gerät taut sich selbstständig ab. Bedenklich wird es erst, wenn das Eis dauerhaft bleibt — dann stimmt meist etwas mit dem Kondensatablauf nicht.
Was ist ein Abtauzyklus?
Das Gerät dreht den Kältekreis kurz um und schickt warmes Kältemittel durch den Verdampfer, um die Eisschicht zu lösen. In dieser Zeit steht der Ventilator still, es dampft sichtbar, und kurzzeitig kommt weniger Wärme ins Haus. Dauer und Häufigkeit steuert die Regelung je nach Witterung; die Werte für dein Gerät stehen in der Dokumentation. Was beim Abtauen im Kältekreis technisch passiert, erklärt der Ratgeber zum Aufbau einer Wärmepumpe.
Wie viel kostet der Heizstab im Betrieb?
Ein Heizstab macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme. Bei 30 ct/kWh kostet die Wärme also 30 Cent je Kilowattstunde. Die Wärmepumpe liefert dieselbe Wärme bei einem COP von 2,5 für rund 12 Cent — der Heizstab ist damit etwa zweieinhalbmal so teuer. An wenigen Spitzentagen ist das unkritisch, im Dauerbetrieb ein Warnsignal.
Was ist die Normaußentemperatur?
Die tiefste Zweitagesmitteltemperatur, die an einem Ort statistisch zehnmal in zwanzig Jahren erreicht wird. Sie ist in der Heizlastnorm DIN EN 12831 ortsbezogen tabelliert und bildet die Grundlage der Auslegung. Welcher Wert für deinen Ort gilt, schlägt der Fachbetrieb nach — geschätzt wird da nichts.
Kann die Wärmepumpe im Winter einfrieren?
Bei längerem Stromausfall theoretisch ja, weil in der Außeneinheit eines Monoblocks Heizwasser steht. Dagegen schützen die automatische Frostschutzfunktion der Regelung — die aber Strom braucht — oder ein Frostschutzmittel im Heizkreis. Entsprechende Antifreeze-Ausführungen gibt es ab Werk.
Meine Wärmepumpe heizt im Winter nicht richtig — woran liegt das?
Die häufigsten Ursachen sind ein zu hoch eingestellter Bivalenzpunkt, eine falsch eingestellte Heizkurve, fehlender hydraulischer Abgleich oder zu kleine Heizflächen in einzelnen Räumen. Seltener ist das Gerät zu klein ausgelegt. Prüfen lassen sollte man in dieser Reihenfolge — die ersten drei Punkte kosten nichts außer Einstellarbeit. Wie du die Heizkurve richtig einstellen kannst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Wie berechnet man den Bivalenzpunkt?
Man zeichnet die Heizlast des Hauses zwischen Normaußentemperatur und Heizgrenze als Linie und legt das Leistungsdiagramm der Wärmepumpe bei der nötigen Vorlauftemperatur darüber. Der Schnittpunkt ist der Bivalenzpunkt. Grundlage ist eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1.
Wo sollte der Bivalenzpunkt liegen?
Eine feste Zahl gibt es nicht, er folgt aus Haus und Gerät. Im Rechenbeispiel des Bundesverbands Wärmepumpe liegt er bei passender Auslegung bei −5 °C. Entscheidend ist, dass die Wärmepumpe bei Normaußentemperatur 50 bis 80 % der Norm-Heizlast schafft.
Was bedeutet monoenergetisch?
Wärmepumpe und Zuheizer laufen beide mit Strom. Bis zu einer festgelegten Leistung heizt die Wärmepumpe allein, darüber hilft der Heizstab oder Durchlauferhitzer parallel mit.
Was ist die Bivalenztemperatur?
Ein anderer Name für den Bivalenzpunkt, also die Außentemperatur, unterhalb der der zweite Wärmeerzeuger dazukommt. Viessmann verwendet den Begriff zum Beispiel in seinen Planungsunterlagen.
Technische Angaben nach den Produktdaten von Bosch (Compress CS5800i/6800i AW) und Viessmann (Vitocal 250-A) sowie nach bosch-homecomfort.com, Stand September 2026, ohne Gewähr. Leistungsdaten nach EN 14511 bei 35 °C Vorlauf; die COP-Werte gelten für die genannten Leistungsgrößen. Normaußentemperatur nach DIN EN 12831. Die Kostenrechnung zum Heizstab ist eine Modellrechnung und keine Zusicherung. Preise Stand September 2026, Änderungen vorbehalten.



