„Diese Wärmepumpe hat einen COP von 5" – das klingt nach einem klaren Qualitätsversprechen. Der Haken: Ein COP-Wert gilt immer nur für ganz bestimmte Betriebsbedingungen. Dieselbe Wärmepumpe kann bei mildem Wetter glänzen und im tiefsten Winter deutlich schlechter dastehen. Wer Geräte allein über eine einzelne COP-Zahl vergleicht, vergleicht deshalb schnell Äpfel mit Birnen.
In diesem Ratgeber erfährst du, was der COP genau aussagt, was ein guter Wert ist, wie er mit den Energieeffizienzklassen und der Förderung zusammenhängt, wie er sich von SCOP und JAZ unterscheidet – und was das am Ende für deine Stromkosten bedeutet.
Kurz & knapp
- COP (Coefficient of Performance) ist die Leistungszahl: das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom bei einem bestimmten Betriebspunkt.
- COP 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme.
- Guter Wert: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen bei A7/W35 rund 4 bis 5, Erdwärmepumpen liegen höher.
- Effizienzklasse: A+++ entspricht einem SCOP ≥ 4,60; für die Förderung ist meist mindestens A++ nötig.
- Für den Ganzjahresvergleich sind SCOP (genormt) und JAZ (real gemessen) aussagekräftiger als ein einzelner COP.
- Größter Hebel: eine niedrige Vorlauftemperatur – also am besten eine Flächenheizung.
Was bedeutet COP bei einer Wärmepumpe?
Der COP (englisch für „Leistungszahl") beschreibt, wie effizient eine Wärmepumpe in einem Momentaufnahme-Betriebspunkt arbeitet. Er ist das Verhältnis aus abgegebener Heizleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung:
COP = Wärmeleistung (kW) ÷ Stromaufnahme (kW)
Ein COP von 4 heißt also: Für jede Kilowattstunde Strom liefert die Wärmepumpe vier Kilowattstunden Wärme. Die zusätzlichen drei Kilowattstunden zieht sie kostenlos aus der Umwelt – aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Genau das ist das Prinzip, das eine Wärmepumpe so viel günstiger macht als eine Heizung, die Brennstoff verbrennt. Physikalisch begrenzt wird der COP durch den sogenannten Carnot-Wirkungsgrad; reale Geräte erreichen davon einen Gütegrad von etwa 40–55 %.
Weil der Wert von den Bedingungen abhängt, wird er immer mit einer Angabe wie „A7/W35" genannt. Das bedeutet: Außenluft (Air) von 7 °C und eine Wasser-Vorlauftemperatur (Water) von 35 °C. Ändert sich einer dieser Werte, ändert sich auch der COP.
Was ist ein guter COP-Wert?
Als Orientierung gelten diese typischen COP-Werte beim Standard-Prüfpunkt A7/W35:
| Wärmepumpen-Typ | Typischer COP (A7/W35) |
|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | ca. 4,0 – 5,0 |
| Sole-Wasser (Erdwärme) | ca. 4,5 – 5,5 |
| Wasser-Wasser (Grundwasser) | ca. 5,0 – 6,0 |
Als Faustregel gilt: Ein COP ab 4 ist bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ein guter Wert. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen liegen höher, weil ihre Wärmequelle ganzjährig konstanter temperiert ist als die Außenluft.
Zur Einordnung zwei konkrete Beispiele aus unserem Sortiment (Herstellerangaben laut Datenblatt): Die Viessmann Vitocal 250-A erreicht bei A7/W35 einen COP von bis zu 5,3, die Bosch Compress 5800i AW bis zu 4,8 – beides sehr gute Werte für Luft-Wasser-Geräte.
COP-Wert-Tabelle: typische Werte nach Betriebspunkt
Weil der COP immer nur für einen bestimmten Betriebspunkt gilt, ist der Blick auf mehrere Punkte aussagekräftiger als eine einzelne Zahl. Die folgende COP-Wert-Tabelle zeigt typische Spannen für eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe – abhängig von Außentemperatur (A) und Vorlauftemperatur (W):
| Betriebspunkt | Bedingung | Typischer COP (Luft-Wasser) |
|---|---|---|
| A7/W35 | milde Luft, Flächenheizung | ca. 3,8 – 5,0 |
| A2/W35 | kühle Luft, Flächenheizung | ca. 3,5 – 4,5 |
| A-7/W35 | kalte Luft, Flächenheizung | ca. 2,5 – 3,2 |
| A7/W55 | milde Luft, Heizkörper | ca. 2,8 – 3,5 |
| A-7/W55 | kalte Luft, Heizkörper | ca. 2,0 – 2,8 |
Zwei Muster werden sofort sichtbar: Je kälter die Außenluft und je höher die Vorlauftemperatur, desto niedriger fällt der COP aus. Am günstigsten arbeitet die Wärmepumpe bei milder Luft und niedriger Vorlauftemperatur (A7/W35), am ungünstigsten an kalten Wintertagen im Heizkörperbetrieb (A-7/W55). Genau deshalb ist eine niedrige Vorlauftemperatur der größte Effizienzhebel – ein einzelner Bestwert bei A7/W35 sagt noch nichts über den Winterbetrieb. Die Werte sind Richtwerte; die exakten Zahlen stehen im Datenblatt des jeweiligen Geräts.
SCOP und die Energieeffizienzklasse
Für den Kauf noch wichtiger als der einzelne COP ist der SCOP – die saisonale Leistungszahl nach der Prüfnorm EN 14825. Sie mittelt die Effizienz über eine genormte Heizsaison und ist die Grundlage der EU-Energieeffizienzklasse. Grobe Orientierung:
- A+++ entspricht einem SCOP von ≥ 4,60 (Niedertemperatur, Durchschnittsklima) – Spitzenklasse.
- Für die Förderung (BEG) ist in der Regel mindestens A++ (SCOP ~4,5) erforderlich; die genauen Schwellen können sich ändern und stehen in der aktuellen BAFA-Geräteliste.
Wichtig ist außerdem, auf welche Vorlauftemperatur sich der SCOP bezieht:
| Angabe | Heizsystem | Typischer SCOP (Luft / Sole) |
|---|---|---|
| SCOP 35 | Niedertemperatur (Fußbodenheizung) | hoch (oft > 4,5 / > 5,0) |
| SCOP 55 | Mitteltemperatur (Heizkörper) | 2,8–3,6 / 3,3–4,2 |
Man sieht: Bei 55 °C Vorlauf fällt die Effizienz deutlich ab. Deshalb lohnt es sich, die Heizflächen auf eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur auszulegen – das ist der größte Effizienzhebel überhaupt.
COP, SCOP und JAZ – der Unterschied
Rund um die Effizienz kursieren drei Kennzahlen, die gern verwechselt werden. Sie messen dasselbe Grundprinzip, aber auf unterschiedliche Weise:
| Kennzahl | Was sie misst | Aussagekraft |
|---|---|---|
| COP | Effizienz in einem einzelnen Betriebspunkt (z. B. A7/W35) | Momentaufnahme – gut zum Vergleich unter gleichen Bedingungen |
| SCOP | Saisonale Leistungszahl über eine genormte Heizsaison (EN 14825) | Realistischer; Basis der Energieeffizienzklasse und der Förderung |
| JAZ | Jahresarbeitszahl – real gemessen über ein Betriebsjahr, inkl. Hilfsstrom | Der ehrlichste Praxiswert für dein konkretes Haus |
Kurz gesagt: Der COP ist der Laborwert für einen Punkt, der SCOP mittelt über eine genormte Saison, und die JAZ zeigt, was am Ende wirklich herauskommt – inklusive Pumpenstrom, Abtauzyklen und eventuellem Heizstab. Eine gute JAZ liegt bei Luft-Wasser-Geräten bei etwa 3,5–4,5, bei Erdwärme höher. Für die Kaufentscheidung schaust du auf COP und SCOP; wie effizient die Anlage dann tatsächlich läuft, zeigt die JAZ. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe JAZ.
Was der COP für deine Stromkosten bedeutet
Der COP ist keine graue Theorie – er entscheidet direkt über deine Heizkosten. Ein Rechenbeispiel: Ein Einfamilienhaus braucht rund 12.000 kWh Wärme im Jahr. Bei einer Jahresarbeitszahl von 4 sind dafür 3.000 kWh Strom nötig, bei einer JAZ von 3 dagegen 4.000 kWh. Bei einem Strompreis von 0,35 €/kWh macht das 1.050 € gegenüber 1.400 € pro Jahr – ein Unterschied von 350 € jährlich, allein durch die Effizienz. Über 20 Jahre summiert sich das auf mehrere tausend Euro. Jeder Zehntelpunkt bei COP und JAZ zahlt sich also real aus.
Ein Nebeneffekt: Die Warmwasserbereitung braucht höhere Temperaturen als das Heizen und drückt daher den Jahres-COP etwas. Eine gute Auslegung von Speicher und Wärmetauscher hält diesen Effekt klein – worauf es dabei ankommt, zeigt unser Ratgeber zum Warmwasserspeicher für die Wärmepumpe.
Diese Faktoren bestimmen den COP
Der COP ist kein fester Geräte-Stempel, sondern ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Bedingungen. Die wichtigsten Hebel:
- Vorlauftemperatur: Der mit Abstand größte Hebel. Je niedriger, desto höher der COP. Eine Fußbodenheizung (35 °C) ist deutlich effizienter als alte Heizkörper mit 55–60 °C – Details im Ratgeber Vorlauftemperatur der Wärmepumpe.
- Quellentemperatur: Je wärmer die Wärmequelle, desto besser. Bei Luft-Wasser-Geräten sinkt der COP an kalten Wintertagen; Erdreich und Grundwasser bleiben stabiler.
- Temperaturdifferenz: Entscheidend ist der Abstand zwischen Quelle und Vorlauf. Je kleiner dieser „Hub", desto weniger Arbeit muss der Verdichter leisten.
- Auslegung und Hydraulik: Eine sauber dimensionierte Anlage mit hydraulischem Abgleich arbeitet effizienter als eine überhastet geplante.
- Wartungszustand: Ein verschmutzter Verdampfer oder verlegte Luftwege drücken den realen Wirkungsgrad.
So holst du den besten COP aus deiner Wärmepumpe
Weil die Vorlauftemperatur der größte Hebel ist, entscheidet vor allem die Wärmeverteilung im Haus über die Effizienz. Ein paar praktische Ansätze:
- Möglichst niedrige Vorlauftemperatur fahren – Flächenheizungen (Fußboden, Wand) sind ideal.
- Heizkörper prüfen: Große, niedrig temperierte Heizkörper können auch im Altbau gute Werte ermöglichen.
- Heizkurve richtig einstellen – oft lässt sich der Vorlauf ohne Komfortverlust absenken.
- Hydraulischen Abgleich durchführen – verteilt die Wärme gleichmäßig und senkt die nötige Vorlauftemperatur.
- Mit Photovoltaik koppeln: Der COP senkt den Strombedarf, die eigene PV senkt die Stromkosten. Wie das zusammenspielt, zeigt Wärmepumpe mit Photovoltaik.
Welche Bauart am besten zu deinem Haus passt, erklärt unser Überblick zur Monoblock-Wärmepumpe. Alle verfügbaren Geräte findest du in unserer Wärmepumpen-Kollektion.
Häufige Fragen zum COP
Was bedeutet COP bei einer Wärmepumpe?
Der COP (Leistungszahl) ist das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom bei einem bestimmten Betriebspunkt. Ein COP von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme.
Was ist ein guter COP-Wert?
Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen gilt ein COP ab 4 (bei A7/W35) als gut, Spitzengeräte erreichen über 5. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen liegen meist noch höher.
Was ist der Unterschied zwischen COP und SCOP?
Der COP gilt für einen einzelnen Betriebspunkt, der SCOP mittelt die Effizienz über eine genormte Heizsaison (EN 14825). Der SCOP ist Grundlage der Energieeffizienzklasse – A+++ entspricht einem SCOP von mindestens 4,60.
Welche Effizienzklasse braucht die Wärmepumpe für die Förderung?
In der Regel mindestens A++ (SCOP rund 4,5). Die genauen Schwellen können sich ändern und stehen in der aktuellen BAFA-Geräteliste – vor dem Kauf prüfen.
Welcher COP-Wert gilt bei welcher Temperatur?
Der COP sinkt, je kälter die Außenluft und je höher die Vorlauftemperatur ist. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht bei A7/W35 rund 3,8–5,0, bei A2/W35 etwa 3,5–4,5 und an kalten Tagen mit Heizkörpern (A-7/W55) nur noch etwa 2,0–2,8. Die genauen Werte stehen im Datenblatt des Geräts.
Was ist der Unterschied zwischen COP und JAZ?
Der COP ist ein Laborwert für einen einzelnen Betriebspunkt. Die JAZ (Jahresarbeitszahl) wird real über ein ganzes Betriebsjahr gemessen und enthält auch Hilfsstrom – sie ist der ehrlichste Praxiswert.
Wie verbessere ich den COP meiner Wärmepumpe?
Der größte Hebel ist eine niedrige Vorlauftemperatur (Flächenheizung), dazu eine saubere Auslegung, ein hydraulischer Abgleich, eine gut eingestellte Heizkurve und ein gepflegter Verdampfer.
Fazit
Der COP ist eine wichtige, aber oft missverstandene Kennzahl: Er zeigt die Effizienz einer Wärmepumpe – allerdings nur für einen definierten Betriebspunkt. Für den Vergleich von Geräten ist er unter gleichen Bedingungen (etwa A7/W35) aussagekräftig; für die zu erwartende Ganzjahres-Effizienz und die Förderung zählen SCOP und Energieeffizienzklasse, für die Praxis die JAZ. Am Ende entscheidet vor allem eine niedrige Vorlauftemperatur über gute Werte – und jeder Zehntelpunkt spart bares Geld. Passende Geräte mit starken COP-Werten findest du in unserer Wärmepumpen-Kollektion.
Stand: 2026. Kennwerte nach Herstellerdatenblatt (Viessmann Vitocal 250-A, Bosch Compress 5800i AW) und Prüfnorm EN 14825; Effizienzklassen- und Förderschwellen nach EU-Label bzw. BAFA-Geräteliste (können sich ändern). Reale JAZ weicht von Laborwerten ab. Angaben sind Richtwerte und ersetzen keine Fachplanung im Einzelfall.






