„Frisst die Wärmepumpe mir nicht die Stromrechnung auf?“ – diese Sorge hören wir oft, und sie ist verständlich. Schließlich läuft die Heizung dann mit Strom. Die beruhigende Nachricht: Eine Wärmepumpe verbraucht viel weniger Strom, als die meisten befürchten – weil sie aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme macht. Wie hoch der Verbrauch wirklich ist, wie du ihn berechnest und wie du ihn senkst, klären wir hier.
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?
Im typischen Einfamilienhaus liegt der Stromverbrauch einer Luft-Wasser-Wärmepumpe bei rund 4.500 bis 6.000 kWh pro Jahr – als grober Richtwert etwa 35 bis 45 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche. Ein gut gedämmtes Haus liegt am unteren Ende, ein schlecht gedämmter Altbau deutlich darüber. Bei aktuellen Strompreisen entspricht das Heizkosten von etwa 1.800 € im Jahr.
JAZ und SCOP – die wichtigen Kennzahlen
Wie effizient eine Wärmepumpe arbeitet, zeigen zwei Werte. Der SCOP ist der genormte Jahreswirkungsgrad laut Datenblatt (unsere Bosch-Compress-Geräte: 4,57 bis 4,77). Die JAZ (Jahresarbeitszahl) ist der real erreichte Wert in deinem Haus – sie hängt von Dämmung, Heizsystem und Einstellung ab. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme – 75 % der Heizenergie kommen also gratis aus der Umgebungsluft. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen in der Praxis JAZ-Werte von rund 3 bis 4, Erdwärmepumpen etwas mehr.
So berechnest du deinen Verbrauch
Die Formel ist einfach: Wärmebedarf ÷ JAZ = Stromverbrauch.
| Wärmebedarf/Jahr | JAZ 3,0 | JAZ 4,0 |
|---|---|---|
| 15.000 kWh (gut gedämmt) | 5.000 kWh | 3.750 kWh |
| 20.000 kWh (mittel) | 6.667 kWh | 5.000 kWh |
| 25.000 kWh (Altbau) | 8.333 kWh | 6.250 kWh |
Dämmung und niedrige Vorlauftemperaturen zahlen sich also direkt aus – jede Verbesserung der JAZ senkt den Stromverbrauch spürbar.
Was den Verbrauch beeinflusst
Drei Faktoren entscheiden am meisten: der Dämmzustand des Hauses (je besser, desto weniger Wärmebedarf), das Heizsystem (Fußbodenheizung mit niedriger Vorlauftemperatur ist ideal, große Flächenheizkörper gehen auch) und die richtige Auslegung der Wärmepumpe. Eine zu klein oder zu groß dimensionierte Pumpe läuft ineffizient – deshalb ist die fachgerechte Planung so wichtig.
Den Stromverbrauch mit PV drücken
Der größte Hebel gegen hohe Heizkosten ist eigener Solarstrom. Wenn deine PV-Anlage einen Teil der 4.500 bis 6.000 kWh liefert, zahlst du dafür nicht 30–40 Cent aus dem Netz, sondern nutzt Strom, der ohnehin auf deinem Dach entsteht. Mit Speicher und intelligentem Energiemanagement lässt sich der Solaranteil weiter steigern. So wird aus der „teuren Stromheizung“ eine der günstigsten Heizarten überhaupt.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?
Im Einfamilienhaus rund 4.500 bis 6.000 kWh – abhängig von Dämmung, Heizsystem und JAZ.
Was ist der Unterschied zwischen JAZ und SCOP?
Der SCOP ist der genormte Datenblattwert (Bosch: 4,57–4,77), die JAZ der reale Jahreswert in deinem Haus. Beide beschreiben, wie viel Wärme aus einer kWh Strom entsteht.
Wie berechne ich den Stromverbrauch?
Wärmebedarf geteilt durch JAZ. Beispiel: 20.000 kWh Wärmebedarf ÷ JAZ 4 = 5.000 kWh Strom.
Kann ich die Wärmepumpe mit meiner PV-Anlage betreiben?
Ja, zumindest teilweise. Übers Jahr deckt eine PV-Anlage einen erheblichen Teil des Wärmepumpenstroms – vor allem in der Übergangszeit und fürs Warmwasser. Das senkt die Heizkosten deutlich.
Du willst niedrige Heizkosten? Kombiniere eine Wärmepumpe (z. B. die effizienten Bosch Compress-Modelle ab 8.499 €) mit einer PV-Anlage und einem Speicher – am einfachsten als Wärmepumpe-plus-PV-Set. Für die Auslegung: kostenlose Beratung.
Stand 2026. SCOP nach Bosch-Datenblatt; Verbrauchswerte sind Richtwerte und hängen von Gebäude, Heizsystem und Nutzung ab. Keine Fachplanung im Einzelfall.






