Zweirichtungszähler: ablesen, Einbau, Zählernummer und was 1.8.0 und 2.8.0 bedeuten

Von Deine Solarwelt Aktualisiert am 18. October 2026 13 Min. Lesezeit
Zweirichtungszähler: ablesen, Einbau, Zählernummer und was 1.8.0 und 2.8.0 bedeuten

Sobald eine Photovoltaikanlage Strom ins Netz einspeist, reicht ein gewöhnlicher Stromzähler nicht mehr aus. Er muss nicht nur erfassen, wie viel Strom du aus dem Netz beziehst, sondern auch, wie viel du einspeist. Genau das macht ein Zweirichtungszähler. Er ist die Grundlage für deine Stromrechnung auf der einen und für deine Einspeisevergütung auf der anderen Seite.

In diesem Ratgeber erfährst du, was ein Zweirichtungszähler ist, worin er sich von einem Smart Meter unterscheidet, wer ihn einbaut, wie du ihn Schritt für Schritt abliest und wo du die Zählernummer findest. Außerdem geht es um die Frage, was beim Balkonkraftwerk mit einem alten Drehscheibenzähler gilt. Die rechtlichen Angaben stammen aus dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023) im Wortlaut, die Bedienhinweise aus den Zähleranleitungen von Netzbetreibern.

Kurz gesagt

  • Zwei Zählwerke: 1.8.0 zeigt den Strombezug aus dem Netz, 2.8.0 die Einspeisung ins Netz, beide in Kilowattstunden.
  • Meist eine moderne Messeinrichtung: Das MsbG verlangt, dass eine moderne Messeinrichtung auch die Erzeugung erfasst, sobald eingespeiste Mengen gemessen werden müssen.
  • Einbau durch den Messstellenbetreiber: In der Regel ist das dein Netzbetreiber. Du kannst aber einen anderen Messstellenbetreiber wählen.
  • Abrechnungsrelevant sind die Werte mit OBIS-Kennzahl in der ersten Displayzeile. Für Zusatzwerte brauchst du eine PIN.
  • Balkonkraftwerk: Es darf nach § 10a EEG schon vor dem Zählertausch am vorhandenen Zähler betrieben werden.

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Was ist ein Zweirichtungszähler?

Ein Zweirichtungszähler ist ein Stromzähler, der Energie in beide Richtungen getrennt erfasst. Ein Zählwerk summiert den Strom, der vom Netz in dein Haus fließt. Das zweite Zählwerk summiert den Strom, den deine PV-Anlage ins Netz abgibt. Beide Werte laufen unabhängig voneinander nur vorwärts. Es wird also nichts verrechnet: Bezug und Einspeisung stehen jeweils als eigene Summe im Display.

Das ist wichtig, weil beide Strommengen unterschiedlich abgerechnet werden. Den bezogenen Strom bezahlst du deinem Stromlieferanten zu deinem Tarif. Für den eingespeisten Strom zahlt dir der Netzbetreiber die Einspeisevergütung, soweit du Anspruch darauf hast. Ein Zähler, der beide Richtungen gegeneinander aufrechnen würde, könnte diese beiden Abrechnungen nicht sauber trennen.

Der Begriff Zweirichtungszähler steht übrigens auch im Gesetz. § 10a EEG spricht ausdrücklich von einer modernen Messeinrichtung als Zweirichtungszähler. Ob dein Zähler beide Richtungen misst, erkennst du am Display: Steht dort neben 1.8.0 auch 2.8.0, ist es ein Zweirichtungszähler. Viele Geräte zeigen zusätzlich die Energierichtung an, bei den Zählern der EWE NETZ zum Beispiel mit +A und einem Pfeil nach rechts für Bezug und –A mit einem Pfeil nach links für Einspeisung.

Wofür stehen 1.8.0 und 2.8.0?

Die Zahlen sind sogenannte OBIS-Kennzahlen. OBIS steht für Object Identification System, eine einheitliche Kennzeichnung der Messwerte. Laut Anleitung der Bonn-Netz bedeutet 1.8.0 Energiebezug vom Stromnetz an dich, 2.8.0 Energielieferung von dir ans Stromnetz. EWE NETZ beschreibt dieselben Werte als Wirkenergie Bezug tariflos (1.8.0) und Wirkenergie Einspeisung tariflos (2.8.0). Hast du einen Zweitarifzähler, etwa für einen Heizstromtarif, erscheinen statt 1.8.0 die Zählwerke 1.8.1 für den Niedertarif und 1.8.2 für den Hochtarif. 1.8.0 ist dann die Summe aus beiden.

Tipp

Den Anschluss übernimmt in jedem Fall dein Elektriker. Wenn du noch keinen hast, helfen wir dir gerne, einen Fachbetrieb in deiner Region zu finden – Anfrage stellen oder telefonisch unter 089 248813740.

Zweirichtungszähler, moderne Messeinrichtung, Smart Meter: der Unterschied

Im Alltag werden diese Begriffe oft durcheinandergeworfen. Das MsbG unterscheidet sauber:

  • Moderne Messeinrichtung (mME): Nach § 2 Nr. 15 MsbG ein digitaler Zähler, der mindestens Verbrauch und Nutzungszeit widerspiegelt und spätestens dann, wenn eingespeiste Strommengen gemessen werden müssen, auch die Erzeugung. Er kann sicher an ein Smart-Meter-Gateway angebunden werden, sendet von sich aus aber keine Daten.
  • Intelligentes Messsystem (iMSys): Nach § 2 Nr. 7 MsbG eine moderne Messeinrichtung, die über ein Smart-Meter-Gateway in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist. Erst diese Kombination ist das, was umgangssprachlich Smart Meter heißt.
  • Zweirichtungszähler: beschreibt keine eigene Gerätegattung, sondern die Funktion, beide Energierichtungen zu messen. Eine moderne Messeinrichtung kann das ebenso wie ein intelligentes Messsystem.

Welche Variante du bekommst, regelt § 29 MsbG. Bei Betreibern von Anlagen mit mehr als 7 Kilowatt installierter Leistung sowie bei Haushalten mit mehr als 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch sieht das Gesetz intelligente Messsysteme vor, im Rahmen der gesetzlichen Ausbauquoten und der wirtschaftlichen Vertretbarkeit. In allen anderen Fällen sind Messstellen mindestens mit modernen Messeinrichtungen auszustatten, und zwar bis Ende 2032. Wer genau unter die Einbaupflicht fällt, erklärt der Ratgeber Smart-Meter-Pflicht.

Und der alte Drehscheibenzähler?

Der klassische Ferraris-Zähler mit der sich drehenden Scheibe zählt nur in eine Richtung. Hat er keine Rücklaufsperre, kann sich die Scheibe bei Einspeisung rückwärts drehen. Für eine PV-Dachanlage mit Einspeisevergütung reicht das nicht, denn die eingespeiste Menge muss gemessen und dir eindeutig zugeordnet werden können. Spätestens bis Ende 2032 sollen alle Messstellen nach § 29 Abs. 3 MsbG ohnehin mindestens eine moderne Messeinrichtung haben. Für Balkonkraftwerke gibt es eine Übergangsregel, die weiter unten erklärt wird.

Wer baut den Zweirichtungszähler ein?

Der Zähler gehört nicht dir, sondern dem Messstellenbetreiber. Nach § 3 Abs. 1 MsbG ist der Messstellenbetrieb Aufgabe des grundzuständigen Messstellenbetreibers, in den meisten Netzgebieten also des örtlichen Netzbetreibers. Zum Messstellenbetrieb gehören laut § 3 Abs. 2 der Einbau, der Betrieb und die Wartung der Messeinrichtungen sowie eine mess- und eichrechtskonforme Messung von entnommener und eingespeister Energie. Auf deinen Wunsch kann nach § 5 MsbG auch ein Dritter den Messstellenbetrieb übernehmen, wenn er einen einwandfreien Betrieb gewährleistet. Für Anlagenbetreiber erlaubt § 10a Abs. 1 EEG sogar, den Messstellenbetrieb selbst zu übernehmen. Dann gelten aber alle Anforderungen, die das MsbG an einen Messstellenbetreiber stellt.

Wie läuft der Zählertausch ab?

Den Anstoß gibt in der Regel die Anmeldung deiner PV-Anlage beim Netzbetreiber. Daraus ergibt sich, dass an deinem Anschluss künftig auch eingespeiste Energie gemessen werden muss. Der Messstellenbetreiber vereinbart dann einen Termin und tauscht den Zähler. Für dich sind dabei drei Punkte wichtig:

  1. Zählerplatz: Der neue Zähler braucht einen Platz im Zählerschrank, der den technischen Anschlussbedingungen deines Netzbetreibers entspricht. Ob dein Zählerschrank dafür umgebaut werden muss, beurteilt eine eingetragene Elektrofachkraft.
  2. Inbetriebnahme: Bevor die Anlage einspeist, sollte der Zweirichtungszähler eingebaut sein oder der Netzbetreiber muss dir sagen, wie bis dahin gemessen wird. Kläre das vorab mit ihm.
  3. Altzählerstand notieren: Fotografiere beim Tausch den letzten Stand des alten Zählers und den Anfangsstand des neuen. Das hilft bei Rückfragen zur Abrechnung.

Was du sonst noch melden musst und welche Unterlagen der Netzbetreiber verlangt, fasst der Ratgeber Photovoltaik anmelden zusammen. Welche Rolle der Netz- und Anlagenschutz bei der Anmeldung spielt, erklärt der Ratgeber NA-Schutz für die PV-Anlage.

Was kostet ein Zweirichtungszähler?

Kaufen musst du den Zähler nicht. Er wird vom Messstellenbetreiber gestellt, du zahlst ein jährliches Entgelt für den Messstellenbetrieb. Für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme legt das MsbG Preisobergrenzen fest. Welche Beträge das konkret sind und wer was zahlt, haben wir ausführlich im Ratgeber Smart-Meter-Kosten aufgeschlüsselt, inklusive eines eigenen Abschnitts zum Einspeisezähler. Zusätzliche Kosten können entstehen, wenn der Zählerschrank für den neuen Zähler erst ertüchtigt werden muss. Das ist Arbeit für deinen Elektriker und hängt stark vom Zustand der Anlage ab.

Zweirichtungszähler ablesen: Schritt für Schritt

Die genaue Bedienung hängt vom Zählermodell und von der Einstellung durch den Messstellenbetreiber ab. Das Grundprinzip ist aber bei den meisten modernen Messeinrichtungen gleich. Die folgenden Schritte orientieren sich an den Anleitungen der EWE NETZ (Stand 02/2026) und der Bonn-Netz.

  1. Richtigen Zähler finden: Nimm die letzte Stromrechnung oder das Ableseschreiben mit und vergleiche die Zählernummer auf dem Gerät mit der Nummer auf dem Papier. Gerade in Mehrfamilienhäusern hängen mehrere Zähler nebeneinander.
  2. Erste Displayzeile beobachten: Dort wechseln die Zählerstände automatisch. Laut EWE NETZ erscheinen die Anzeigen nacheinander im Abstand von 10 Sekunden.
  3. 1.8.0 notieren: Das ist dein Bezug aus dem Netz in Kilowattstunden. Für die Abrechnung zählt die Zahl vor dem Komma.
  4. 2.8.0 notieren: Das ist deine Einspeisung ins Netz, ebenfalls in Kilowattstunden.
  5. Datum festhalten: Schreib das Ablesedatum dazu oder mach ein Foto vom Display, auf dem die OBIS-Kennzahl und der Stand gut lesbar sind.

Abrechnungsrelevant sind laut EWE NETZ die Zählerstände in der ersten Zeile, die mit einer OBIS-Kennzahl gekennzeichnet sind. Eine im Display angezeigte Momentanleistung ist dagegen laut Bonn-Netz nicht abrechnungsrelevant. Bei den Geräten der EWE NETZ zeigt sie die Summe aller Verbraucher abzüglich der Einspeisung, also den aktuellen Saldo an deinem Anschluss.

Was bringt die PIN?

Die zweite Displayzeile ist bei modernen Messeinrichtungen zunächst ausgeschaltet. Mit einer vierstelligen PIN schaltest du Zusatzwerte frei. Bei den von EWE NETZ beschriebenen Geräten sind das unter anderem die aktuelle Leistung, Bezug und Einspeisung seit der letzten Rückstellung sowie Werte für den letzten Tag, die letzten 7, 30 und 365 Tage. Die historischen Werte reichen dort bis zu 730 Tage zurück. Das hilft, den eigenen Verbrauch und die Einspeisung im Blick zu behalten, ersetzt aber kein Monitoring. Wie du deine Anlage dauerhaft überwachst, steht im Ratgeber Photovoltaik-Monitoring.

Die PIN bekommst du von deinem Messstellenbetreiber. EWE NETZ verschickt sie aus Datenschutzgründen per Post und braucht dafür die Zählernummer. Eingegeben wird sie je nach Zählertyp über eine Taste oder über einen Lichtsensor, der mit einem Taschenlampensymbol gekennzeichnet ist. So funktioniert die Eingabe per Lichtsensor laut Anleitung:

  • Sensor kurz mit einer Taschenlampe anleuchten, im Display erscheint „PIN 0---“.
  • Mit kurzen Lichtimpulsen die erste Ziffer hochzählen.
  • Rund 3 Sekunden warten, dann springt die Anzeige zur nächsten Stelle. So alle vier Ziffern eingeben.
  • Nach korrekter Eingabe erscheint die erweiterte Anzeige.

Eine falsche Eingabe ist laut EWE NETZ kein Problem: Die PIN kann beliebig oft wiederholt werden, der Zähler sperrt keine Funktionen. Helles Fremdlicht und manche Lichtquellen mit gepulstem Licht können die Eingabe erschweren. Ist der Zähler bereits an ein Smart-Meter-Gateway angeschlossen, blenden die beschriebenen Geräte die historischen Werte im Display aus.

Was tun beim Auszug?

Laut EWE NETZ speichert eine moderne Messeinrichtung tages-, wochen-, monats- und jahresbezogene Werte der letzten 24 Monate. Beim Auszug kannst du diese Zusatzwerte über die Menüpunkte zum Zurücksetzen selbst löschen, damit der Nachmieter sie nicht sieht. Dafür brauchst du ebenfalls die PIN.

Zählernummer finden

Die Zählernummer kennzeichnet das konkrete Messgerät in deinem Zählerschrank. Du brauchst sie zum Beispiel für die Ablesung, für die PIN-Anforderung, beim Umzug und bei der Registrierung deiner PV-Anlage im Marktstammdatenregister. Laut ADAC (Stand 07.07.2026) findest du sie an diesen Stellen:

  • Am Zähler: aufgedruckt, eingraviert oder bei manchen digitalen Zählern im Wechsel im Display.
  • Auf der Stromrechnung: meist im Bereich Abrechnungsdaten oder bei den Zählerständen.
  • Im Kundenportal deines Netzbetreibers oder Stromlieferanten.

Wichtig: Wird der Zähler getauscht, ändert sich die Zählernummer. Nach dem Einbau des Zweirichtungszählers gilt also eine neue Nummer. Die Zählernummer ist außerdem nicht dasselbe wie deine Kunden- oder Vertragsnummer.

Zählernummer oder Marktlokations-ID?

Neben der Zählernummer taucht auf Rechnungen die Marktlokations-ID auf, kurz MaLo-ID. Sie ist laut ADAC eine elfstellige, bundesweit eindeutige Kennung für den Ort, an dem Strom verbraucht oder erzeugt wird. Anders als die Zählernummer bleibt sie gleich, wenn der Zähler oder der Lieferant wechselt. Speist du mit einer PV-Anlage ein, bekommst du vom Netzbetreiber eine zusätzliche MaLo-ID für die Erzeugung. Du hast dann also eine Marktlokation für den Bezug und eine für die Einspeisung, aber nur einen Zweirichtungszähler, der beide misst.

Zweirichtungszähler und Balkonkraftwerk

Für Steckersolargeräte hat der Gesetzgeber eine eigene Regel geschaffen. Nach § 10a Abs. 3 EEG dürfen Balkonkraftwerke im Sinne von § 8 Abs. 5a EEG schon vor dem Einbau einer modernen Messeinrichtung als Zweirichtungszähler oder eines intelligenten Messsystems mit dem vorhandenen Zähler betrieben werden. Die Messwerte dieses Zählers gelten für Abrechnung und Bilanzierung bis zum Tausch als richtig. Diese Vermutung lässt sich nur durch den Nachweis einer technischen Störung oder einer Manipulation widerlegen.

Den Zählertausch musst du dafür nicht selbst beauftragen. § 10a Abs. 2 EEG verpflichtet den Messstellenbetreiber, Messstellen mit Steckersolargeräten mit Rücksicht auf seine Rollout-Planung unverzüglich mit einer modernen Messeinrichtung als Zweirichtungszähler oder einem intelligenten Messsystem auszustatten, sobald die Bundesnetzagentur den Netzbetreiber zur Prüfung der Daten aus dem Marktstammdatenregister aufgefordert hat. Eine gesonderte Beauftragung durch dich ist dafür nicht nötig. Die Registrierung im Marktstammdatenregister bleibt deshalb der entscheidende Schritt. Wie sie funktioniert, erklärt der Ratgeber Balkonkraftwerk anmelden.

Ein Balkonkraftwerk speist in der Regel ohne Vergütung ein. Auf dem Zweirichtungszähler erscheint der Überschuss trotzdem unter 2.8.0. Je kleiner dieser Wert im Verhältnis zur Erzeugung ist, desto mehr Solarstrom nutzt du selbst. Hast du zusätzlich eine Dachanlage, kommt es darauf an, wie der Zähler beide Anlagen zuordnet. Das ist ein eigenes Thema, das der Ratgeber Balkonkraftwerk und PV-Anlage kombinieren behandelt. Passende Sets findest du in unserer Kategorie Balkonkraftwerke, zum Beispiel ein 800-W-Set mit zwei 375-W-Modulen und Fox-ESS-Wechselrichter ab 199 €.

Welche Werte braucht man für die Abrechnung?

Einmal im Jahr, beim Zählertausch, beim Umzug oder bei einem Lieferantenwechsel werden die Zählerstände benötigt. Den Stand von 1.8.0 verwendet dein Stromlieferant für die Rechnung über den bezogenen Strom. Der Stand von 2.8.0 ist die Basis für die Einspeiseabrechnung des Netzbetreibers. Bei modernen Messeinrichtungen ohne Gateway liest entweder der Messstellenbetreiber vor Ort ab oder er bittet dich um eine Selbstablesung. Bei einem intelligenten Messsystem werden die Werte über das Gateway übermittelt.

Aus beiden Werten zusammen mit der Erzeugung deines Wechselrichters lässt sich auch dein Eigenverbrauch abschätzen: Erzeugung minus Einspeisung ergibt den Teil des Solarstroms, den du selbst genutzt hast. Wie du diesen Anteil erhöhst, beschreibt der Ratgeber Eigenverbrauch erhöhen. Wer seinen Eigenverbrauch mit einem Speicher steigern möchte, findet in unseren PV-Komplettpaketen mit Speicher fertig abgestimmte Sets. Beim Kauf eines Komplettpakets ist die Planung inklusive. Montagematerial ist nicht enthalten.

Zweirichtungszähler bei Volleinspeisung

Speist eine Anlage ihren gesamten Strom ins Netz ein, statt ihn im Haus zu nutzen, muss die Messung das auch nachvollziehbar abbilden. Welches Messkonzept dafür an deinem Anschluss gilt, klärst du bei der Anmeldung mit deinem Netzbetreiber. Die Unterschiede zur Überschusseinspeisung erklärt der Ratgeber Volleinspeisung.

Wer baut das ein? Wir sind ein Online-Fachhandel: Wir liefern die Hardware, montieren aber nicht selbst. Den Zweirichtungszähler baut dein Messstellenbetreiber ein, in der Regel der Netzbetreiber. Arbeiten am Zählerschrank, der Netzanschluss und die Inbetriebnahme deiner PV-Anlage gehören in die Hand einer eingetragenen Elektrofachkraft. Die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister erledigst du selbst oder dein Installateur. Wenn du einen Betrieb suchst, melde dich: Wir helfen dir gerne, einen passenden Betrieb in deiner Region zu finden. Fragen beantwortet unsere kostenlose Beratung.

Häufige Fragen

Was bedeutet 1.8.0 und 2.8.0 auf dem Stromzähler?

1.8.0 ist der gesamte Strombezug aus dem Netz, 2.8.0 die gesamte Einspeisung ins Netz, jeweils in Kilowattstunden. Bei Zweitarifzählern steht der Bezug zusätzlich aufgeteilt unter 1.8.1 und 1.8.2.

Brauche ich für eine PV-Anlage einen Zweirichtungszähler?

Ja, wenn die Anlage Strom ins Netz einspeist. Bezug und Einspeisung müssen getrennt gemessen werden. Den Zähler stellt und baut der Messstellenbetreiber ein.

Ist ein Zweirichtungszähler ein Smart Meter?

Nicht unbedingt. Meist ist es eine moderne Messeinrichtung, die beide Richtungen misst, aber keine Daten sendet. Zum intelligenten Messsystem, dem eigentlichen Smart Meter, wird sie erst mit einem Smart-Meter-Gateway.

Wer bezahlt den Zweirichtungszähler?

Der Zähler gehört dem Messstellenbetreiber. Du zahlst ein jährliches Entgelt für den Messstellenbetrieb, für das das MsbG Preisobergrenzen vorgibt. Die Beträge stehen im Ratgeber Smart-Meter-Kosten.

Wie bekomme ich die PIN für meinen Zähler?

Beim Messstellenbetreiber, meist dem Netzbetreiber. Halte die Zählernummer bereit. EWE NETZ zum Beispiel schickt die PIN aus Datenschutzgründen per Post.

Wo finde ich meine Zählernummer?

Auf dem Zähler selbst, auf deiner Stromrechnung bei den Abrechnungsdaten oder im Kundenportal. Nach einem Zählertausch gilt eine neue Nummer.

Darf mein Balkonkraftwerk am alten Zähler laufen?

Ja. Nach § 10a Abs. 3 EEG darf ein Steckersolargerät schon vor dem Einbau eines Zweirichtungszählers mit dem vorhandenen Zähler betrieben werden. Der Messstellenbetreiber tauscht den Zähler danach, ohne dass du ihn beauftragen musst.

Kann ich den Zweirichtungszähler selbst einbauen?

Nein. Einbau und Betrieb sind Aufgabe des Messstellenbetreibers. Du kannst nach § 5 MsbG einen anderen Messstellenbetreiber wählen, als Anlagenbetreiber nach § 10a EEG den Messstellenbetrieb auch selbst übernehmen, musst dann aber alle Anforderungen des MsbG erfüllen.

Stand Oktober 2026. Rechtsgrundlagen im Wortlaut (gesetze-im-internet.de, abgerufen 09.10.2026): §§ 2 Nr. 7 und 15, 3, 5 und 29 MsbG; § 10a EEG 2023. Bedienhinweise nach EWE NETZ GmbH, „Anleitung Moderne Messeinrichtung (mME)“, Stand 02/2026, und Bonn-Netz, „Ablesung von modernen Messeinrichtungen“; Zählernummer und Marktlokations-ID nach ADAC, Stand 07.07.2026. Bedienung und Anzeigen können je nach Zählermodell abweichen. Keine Rechtsberatung. Preise Stand 10/2026, Änderungen vorbehalten.

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