Bei einer neuen Photovoltaik-Anlage musst du dich für eine Betriebsart entscheiden: Teileinspeisung (du verbrauchst selbst und speist nur den Überschuss ein) oder Volleinspeisung (der gesamte Strom geht ins Netz). Die Volleinspeisung wird höher vergütet – trotzdem ist sie für die meisten Haushalte nicht die beste Wahl. Warum, klärt dieser Ratgeber.
Wir schauen uns die Vergütungssätze 2026 an, wann sich Volleinspeisung wirklich lohnt, warum Eigenverbrauch meist mehr bringt – und wie du die Betriebsart wählst und meldest.
Überblick
- Teileinspeisung: Eigenverbrauch zuerst, nur der Überschuss wird eingespeist – für Anlagen bis 10 kWp aktuell 7,70 ct/kWh.
- Volleinspeisung: gesamter Strom ins Netz, dafür höhere Vergütung – bis 10 kWp 12,22 ct/kWh.
- Warum Teileinspeisung meist gewinnt: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart rund 30–37 ct Netzstrom – mehr als die 12,22 ct Volleinspeisung einbringen.
- Volleinspeisung lohnt vor allem ohne nennenswerten Eigenverbrauch (Zweitdach, unbewohntes Objekt, reine Kapitalanlage).
- Betriebsart wird dem Netzbetreiber gemeldet und gilt fürs Jahr – ein Wechsel ist jeweils bis zum 1. Dezember fürs Folgejahr möglich.
Voll- oder Teileinspeisung: der Unterschied
Bei der Teileinspeisung (auch Überschusseinspeisung) nutzt du deinen Solarstrom zuerst selbst; nur was du gerade nicht brauchst, fließt ins Netz und wird vergütet. Bei der Volleinspeisung speist du den kompletten Ertrag ein und beziehst deinen Haushaltsstrom separat aus dem Netz. Weil du dabei auf den Eigenverbrauchsvorteil verzichtest, ist der Volleinspeise-Satz deutlich höher.
Die Vergütungssätze 2026
| Anlagengröße | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| 10 bis 40 kWp | 6,73 ct/kWh | 10,35 ct/kWh |
Maßgeblich ist der Satz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme; er ist dann 20 Jahre garantiert. Die vollständige Übersicht liefert der Ratgeber Einspeisevergütung 2026. Beachte zudem, dass das Solarspitzengesetz bei negativen Börsenpreisen die Vergütung aussetzt – was gerade Volleinspeiser trifft.
Wann lohnt sich Volleinspeisung?
Volleinspeisung ist immer dann interessant, wenn du kaum oder keinen Eigenverbrauch hast – zum Beispiel:
- ein Zweitdach oder eine reine Ertragsanlage (Scheune, Gewerbedach ohne Tagverbrauch),
- ein unbewohntes Objekt,
- eine PV-Anlage als reine Kapitalanlage, bei der die planbare Vergütung im Vordergrund steht.
In diesen Fällen bringt der höhere Volleinspeise-Satz mehr, weil der Eigenverbrauchsvorteil ohnehin fehlt.
Warum Haushalte meist Teileinspeisung + Speicher wählen
Für ein normales Wohnhaus rechnet sich fast immer die Teileinspeisung. Der Grund ist einfach: Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart dir den Einkaufspreis von rund 30–37 ct – das ist mehr als das Doppelte der 12,22 ct Volleinspeisung. Je höher dein Eigenverbrauch, desto größer der Vorteil. Ein Stromspeicher hebt den Eigenverbrauch von rund 30 % auf 60–80 % und macht die Teileinspeisung damit noch attraktiver. Wie sich das insgesamt rechnet, zeigt Lohnt sich Photovoltaik?. Wer den Eigenverbrauch auf 100 % treiben will, findet Hintergründe unter Nulleinspeisung.
Betriebsart wählen und melden
Die Betriebsart legst du bei der Anmeldung fest; sie wird dem Netzbetreiber gemeldet. Ein Wechsel zwischen Voll- und Teileinspeisung ist grundsätzlich möglich – in der Regel jeweils bis zum 1. Dezember mit Wirkung fürs Folgejahr. Wer die Wahl hat, sollte den erwarteten Eigenverbrauch realistisch einschätzen: Für bewohnte Häuser ist Teileinspeisung fast immer die richtige Wahl. Ein passendes PV-Komplettpaket mit Speicher ist genau darauf ausgelegt.
Ausblick: EEG 2027
Wichtig für die Planung: Mit der geplanten EEG-Novelle 2027 soll die feste Einspeisevergütung für neue kleine Anlagen auslaufen – das betrifft Voll- wie Teileinspeisung. Wer 2026 ans Netz geht, sichert sich noch die feste Vergütung für 20 Jahre. Was sich ändert, erklärt der Ratgeber EEG 2027.
Häufige Fragen zur Volleinspeisung
Was ist Volleinspeisung?
Bei der Volleinspeisung wird der gesamte Solarstrom ins Netz eingespeist statt selbst verbraucht. Dafür gibt es eine höhere Vergütung (bis 10 kWp 12,22 ct/kWh).
Voll- oder Teileinspeisung – was lohnt sich?
Für bewohnte Häuser fast immer Teileinspeisung, weil der Eigenverbrauch (ersparte 30–37 ct/kWh) mehr bringt als der höhere Volleinspeise-Satz. Volleinspeisung lohnt bei geringem oder keinem Eigenverbrauch.
Wie hoch ist die Volleinspeise-Vergütung 2026?
Bis 10 kWp 12,22 ct/kWh, von 10 bis 40 kWp 10,35 ct/kWh – jeweils 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert.
Kann ich die Betriebsart wechseln?
Ja, in der Regel jeweils bis zum 1. Dezember mit Wirkung fürs Folgejahr. Der Wechsel wird dem Netzbetreiber gemeldet.
Fazit
Die Volleinspeisung bringt zwar einen höheren Vergütungssatz, lohnt sich aber vor allem dort, wo kein nennenswerter Eigenverbrauch möglich ist. Bewohnte Häuser fahren mit Teileinspeisung und hohem Eigenverbrauch – idealerweise mit Speicher – fast immer besser. Passende Komplettpakete findest du unter PV-Komplettpakete mit Speicher.
Stand: August 2026. Vergütungssätze laut Bundesnetzagentur (halbjährliche Anpassung); Regeln zur Betriebsart nach EEG. Angaben ohne Gewähr, keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall.






