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Vorlauftemperatur der Wärmepumpe: optimale Werte & Tabelle

Von Deine Solarwelt Aktualisiert am 19. August 2026 8 Min. Lesezeit
Vorlauftemperatur der Wärmepumpe: optimale Werte & Tabelle

Keine einzelne Stellschraube entscheidet so stark über die Stromrechnung einer Wärmepumpe wie die Vorlauftemperatur. Sie bestimmt, wie warm das Heizungswasser zu den Heizflächen läuft – und je niedriger sie ausfällt, desto effizienter und günstiger heizt die Wärmepumpe.

Dieser Ratgeber erklärt, was die Vorlauftemperatur ist, welche Werte für Fußbodenheizung und Heizkörper optimal sind, warum jedes einzelne Grad zählt und mit welchen Maßnahmen du sie ohne Komfortverlust senkst.

Kurz & knapp

  • Definition: Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizungswassers, das zu den Heizflächen läuft.
  • Optimal: meist 30–55 °C – Fußbodenheizung 30–35 °C, Niedertemperatur-Heizkörper 40–45 °C, alte Standard-Heizkörper 55–60 °C.
  • Großer Hebel: Jedes Grad weniger verbessert den COP um rund 2–3 %. Bei 35 °C liegt der COP bei 4,5–5, bei 55 °C nur noch bei 2,5–3 – fast doppelter Stromverbrauch.
  • Senken ohne Komfortverlust: hydraulischer Abgleich, flachere Heizkurve, einzelne Heizkörper vergrößern, punktuelle Dämmung.
  • Reserve für den Altbau: Hochtemperatur-fähige R290-Geräte schaffen bis 75 °C – sollten aber so niedrig wie möglich fahren.

Du planst erst noch eine Wärmepumpe? Hier siehst du unsere Wärmepumpen von Bosch und Viessmann im Überblick – oder du lässt dich kostenlos von unseren Fachberatern beraten.

Was ist die Vorlauftemperatur?

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das erwärmte Heizungswasser die Wärmepumpe verlässt und zu den Heizflächen (Fußbodenheizung oder Heizkörper) strömt. Nachdem das Wasser seine Wärme abgegeben hat, fließt es mit der niedrigeren Rücklauftemperatur zurück. Die Differenz zwischen beiden nennt man Spreizung.

Entscheidend ist: Je höher die Vorlauftemperatur sein muss, desto mehr muss der Verdichter der Wärmepumpe „arbeiten" – und desto mehr Strom verbraucht sie. Genau deshalb ist die Vorlauftemperatur die wichtigste Effizienz-Stellschraube.

Warum jedes Grad zählt: Vorlauftemperatur und Effizienz

Der Zusammenhang ist direkt und gut belegt: Jedes Grad niedrigere Vorlauftemperatur verbessert die Leistungszahl (COP) um rund 2–3 %. Über die Heizsaison summiert sich das erheblich:

Vorlauftemperatur COP (grobe Orientierung) Bedeutung
35 °C 4,5–5,0 sehr effizient
45 °C ~4,0 gut
55 °C 2,5–3,0 fast doppelter Stromverbrauch ggü. 35 °C

Aus 1 kWh Strom werden bei 35 °C also rund 4,5–5 kWh Wärme, bei 55 °C nur noch etwa 2,5–3 kWh. Wie diese Kennzahl genau zustande kommt und wie sie sich von JAZ und SCOP unterscheidet, erklären die Ratgeber Wärmepumpe COP und Wärmepumpe JAZ. Der Effekt schlägt direkt auf den Stromverbrauch durch.

Optimale Vorlauftemperatur je Heizsystem

Welche Vorlauftemperatur nötig ist, hängt vor allem von den Heizflächen ab – große Flächen brauchen weniger, kleine mehr:

Heizsystem Optimale Vorlauftemperatur Eignung für Wärmepumpe
Fußbodenheizung 30–35 °C ideal
Niedertemperatur-Heizkörper 40–45 °C sehr gut
großzügig ausgelegte Heizkörper ca. 50 °C gut
alte Standard-Heizkörper 55–60 °C (und mehr) möglich, aber weniger effizient

Die gute Nachricht: Viele Bestandsheizkörper sind größer ausgelegt, als es der reale Bedarf heute verlangt – nach Dämmmaßnahmen oder mit einem Abgleich kommen sie oft mit deutlich weniger als 55 °C aus. Ob deine vorhandenen Heizkörper reichen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe & Heizkörper.

Vorlauftemperatur senken – die wirksamsten Maßnahmen

Jedes eingesparte Grad senkt die Stromkosten. Diese Maßnahmen holen ohne kompletten Heizungstausch am meisten heraus:

  • Hydraulischer Abgleich (die Basis): Er sorgt dafür, dass jeder Heizkörper bzw. Heizkreis genau die richtige Menge Wasser bekommt. Ohne Abgleich ist eine saubere Heizkurven-Optimierung praktisch unmöglich – und er ist ohnehin Förder-Voraussetzung.
  • Heizkurve richtig einstellen: so flach wie möglich, so hoch wie nötig (siehe unten).
  • Einzelne Heizkörper vergrößern: eine vergleichsweise günstige Maßnahme. Ein doppelt so großer Heizkörper liefert bei 50 °C dieselbe Wärme wie der alte bei 70 °C – oft reicht es, in wenigen kritischen Räumen (Bad, Nordzimmer) zu tauschen.
  • Punktuelle Dämmung: Kellerdecke, oberste Geschossdecke, Rohrleitungen – senkt die Heizlast und damit die nötige Vorlauftemperatur.

Tipp

Du vergleichst gerade Geräte? In der Übersicht unserer Wärmepumpen findest du die Bosch- und Viessmann-Pakete, die wir führen. Bei Fragen beraten dich unsere Fachberater kostenlos – Beratung anfragen oder telefonisch unter 089 248813740.

Heizkurve richtig einstellen

Die Heizkurve steuert, wie stark die Vorlauftemperatur mit sinkender Außentemperatur ansteigt. Eine zu steile oder zu hoch gesetzte Kurve verschenkt Effizienz. Faustregel: die Kurve schrittweise so weit absenken, dass es in den Räumen gerade noch angenehm warm wird – wird es an kalten Tagen zu kühl, in kleinen Schritten wieder anheben. So findet man die niedrigste Vorlauftemperatur, mit der der Komfort noch stimmt. Wichtig: Erst nach dem hydraulischen Abgleich lässt sich die Heizkurve sauber optimieren. Wie das Schritt für Schritt abläuft, beschreibt der Ratgeber Heizkurve einstellen.

Wie warm muss der Heizungsvorlauf bei 0 Grad Außentemperatur sein?

Bei 0 °C Außentemperatur braucht eine Fußbodenheizung meist nur knapp 30 °C Vorlauf, klassische Heizkörper rund 40 °C – vorausgesetzt, die Anlage ist für den kältesten Auslegungstag auf 35 °C beziehungsweise 55 °C eingestellt. Eine feste Zahl gibt es nicht: Den Wert liefert die Heizkurve, die den Vorlauf am kältesten Tag mit der Außentemperatur verbindet, ab der nicht mehr geheizt wird.

Wie das zusammenhängt, zeigt eine vereinfachte eigene Beispielrechnung. Annahmen: Norm-Außentemperatur −12 °C, Heizgrenze bei +15 °C mit etwa 22 °C Vorlauf, dazwischen ein gerader Verlauf. Die Norm-Außentemperatur deines Standorts ist in DIN/TS 12831-1 nach Postleitzahl hinterlegt und kann höher oder tiefer liegen.

Außentemperatur Fußbodenheizung (Auslegung 35 °C) Heizkörper (Auslegung 55 °C)
−12 °C 35 °C 55 °C
−5 °C ca. 32 °C ca. 46 °C
0 °C ca. 29 °C ca. 40 °C
+10 °C ca. 24 °C ca. 28 °C

Reale Heizkurven verlaufen leicht gekrümmt, die Werte sind gerundet und ersetzen keine Einstellung vor Ort. Die Rechnung zeigt aber das Prinzip: Die Norm-Außentemperatur wird statistisch nur an wenigen Tagen erreicht. Fast die ganze Heizsaison läuft die Wärmepumpe deshalb deutlich unter ihrem Auslegungswert – und genau dort zahlt sich eine sauber eingestellte Heizkurve aus.

Vorlauftemperatur im Altbau: der Sonderfall

Im unsanierten Altbau mit alten Heizkörpern sind an den kältesten Tagen höhere Vorlauftemperaturen nötig. Hier spielen Hochtemperatur-Wärmepumpen mit R290 ihre Stärke aus: Sie erreichen bis zu 75 °C und kommen so mit vorhandenen Heizkörpern aus. Wie eine Hochtemperatur-Wärmepumpe das schafft und warum das Kältemittel Propan (R290) dabei den Unterschied macht, erklären wir dir in eigenen Ratgebern. Der Grundsatz bleibt aber auch dort: die Anlage den Großteil des Jahres so niedrig wie möglich fahren, denn dauerhaft hohe Vorlauftemperaturen drücken die Jahresarbeitszahl spürbar. Mehr dazu im Überblick Wärmepumpe im Altbau.

Welche Wärmepumpe für welche Vorlauftemperatur?

Moderne Monoblock-Wärmepumpen mit R290 decken beide Welten ab (Herstellerangaben laut Datenblatt):

  • Bosch Compress 5800i AW – bis 60 °C Vorlauf, ideal für Neubau und sanierte Häuser mit Flächenheizung.
  • Bosch Compress 6800i AW – bis 75 °C Vorlauf, für Altbau mit Heizkörpern; als Komplettpaket ab 9.299 €.
  • Viessmann Vitocal 250-A – bis 70 °C Vorlauf, SCOP bis 5,01; ab 11.750 €.

Entscheidend ist, die Anlage auf eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur auszulegen – das ist der größte Hebel für niedrige Betriebskosten. Alle Modelle findest du in unserer Wärmepumpen-Kollektion. Wie die Bauform die Installation beeinflusst, zeigt der Ratgeber Monoblock-Wärmepumpe.

Braucht eine Erdwärmepumpe einen anderen Vorlauf als eine Luftwärmepumpe?

Nein. Welche Vorlauftemperatur nötig ist, bestimmen das Gebäude und die Heizflächen – nicht die Wärmequelle. Eine Fußbodenheizung braucht mit Erdwärme dieselben 30–35 °C wie mit Luftwärme. Unterschiedlich ist, wie viel Strom die Wärmepumpe dafür aufwendet. Entscheidend ist der Abstand zwischen der Temperatur der Wärmequelle und dem Vorlauf, der sogenannte Temperaturhub.

Das Erdreich ist ab etwa zehn Metern Tiefe über das ganze Jahr weitgehend gleichmäßig temperiert. Die Außenluft ist dagegen genau dann am kältesten, wenn das Haus am meisten Wärme braucht – eine Luft-Wasser-Wärmepumpe muss an diesen Tagen einen größeren Temperaturhub überwinden. Für beide Bauarten gilt deshalb dieselbe Regel: Je niedriger der Vorlauf, desto kleiner der Hub und desto effizienter die Anlage. Die im Abschnitt oben genannten Geräte von Bosch und Viessmann sind Luft-Wasser-Wärmepumpen.

Häufige Fragen zur Vorlauftemperatur

Welche Vorlauftemperatur ist bei einer Wärmepumpe ideal?

So niedrig wie möglich: Fußbodenheizung 30–35 °C, Niedertemperatur-Heizkörper 40–45 °C. Über 55 °C sinkt die Effizienz deutlich.

Wie wirkt sich die Vorlauftemperatur auf den Stromverbrauch aus?

Jedes Grad weniger verbessert den COP um rund 2–3 %. Bei 35 °C liegt der COP bei 4,5–5, bei 55 °C nur noch bei 2,5–3 – also fast doppelter Stromverbrauch für dieselbe Wärme.

Wie senke ich die Vorlauftemperatur?

Zuerst hydraulischer Abgleich, dann die Heizkurve schrittweise absenken. Zusätzlich helfen größere Heizkörper in kritischen Räumen und punktuelle Dämmung.

Welche Vorlauftemperatur brauchen Heizkörper?

Niedertemperatur-Heizkörper kommen mit 40–45 °C aus, großzügig ausgelegte mit rund 50 °C. Alte Standard-Heizkörper brauchen an kalten Tagen oft 55–60 °C.

Kann eine Wärmepumpe hohe Vorlauftemperaturen liefern?

Ja – Hochtemperatur-Wärmepumpen mit R290 erreichen bis 75 °C und eignen sich damit auch für Altbau-Heizkörper. Effizient bleibt es dennoch nur, wenn man die Temperatur so weit wie möglich senkt.

Was ist die Heizkurve?

Sie legt fest, wie stark die Vorlauftemperatur mit sinkender Außentemperatur steigt. Eine flach eingestellte Heizkurve hält die Vorlauftemperatur niedrig und spart Strom – sinnvoll erst nach dem hydraulischen Abgleich.

Welche Vorlauftemperatur schafft eine Wärmepumpe maximal?

Das hängt vom Gerät ab. Laut Herstellerangaben erreicht die Bosch Compress 5800i AW bis 60 °C, die Viessmann Vitocal 250-A bis 70 °C und die Bosch Compress 6800i AW bis 75 °C. Geräte für hohe Vorlauftemperaturen stellt der Ratgeber Hochtemperatur-Wärmepumpe vor.

Reichen 40 Grad Vorlauf für eine Wärmepumpe?

Für eine Fußbodenheizung (30–35 °C) reichen 40 °C in aller Regel, für Niedertemperatur-Heizkörper (40–45 °C) meist knapp. Alte Standard-Heizkörper brauchen an kalten Tagen oft 55–60 °C. Ob deine Heizkörper mit weniger auskommen, zeigt sich, wenn du die Heizkurve an kalten Tagen schrittweise absenkst und prüfst, ob alle Räume warm bleiben.

Fazit

Die Vorlauftemperatur ist der größte Effizienz-Hebel jeder Wärmepumpe: Jedes eingesparte Grad bringt rund 2–3 % weniger Stromverbrauch. Ideal sind niedrige Temperaturen über große Heizflächen – mit hydraulischem Abgleich, sauber eingestellter Heizkurve und, wo nötig, größeren Heizkörpern lässt sich der Vorlauf auch im Bestand deutlich senken. Passende, effiziente Geräte findest du in unserer Wärmepumpen-Kollektion.

Stand: August 2026. Effizienz- und COP-Angaben sind Richtwerte je nach Gerät, Auslegung und Gebäude; technische Angaben nach Herstellerdatenblatt (Bosch, Viessmann). Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Fachplanung im Einzelfall.

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