Alle sechs Monate legt die Bundesnetzagentur neu fest, wie viel es für eingespeisten Solarstrom gibt – und die Richtung zeigt seit Jahren nach unten. Für neue Anlagen bis 10 kWp liegt die Einspeisevergütung seit August 2026 bei 7,70 Cent pro Kilowattstunde (Teileinspeisung). Klingt wenig? Ist es auch – und genau das verändert, wie man eine PV-Anlage heute plant. Was die aktuellen Sätze sind, wie lange sie gelten und warum der Eigenverbrauch inzwischen wichtiger ist als die Einspeisung, liest du hier.
Die aktuellen Sätze 2026
Die Vergütung hängt von der Anlagengröße ab und davon, ob du nur den Überschuss einspeist (Teileinspeisung) oder den gesamten Strom (Volleinspeisung):
| Anlagengröße | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| 10 bis 40 kWp | 6,73 ct/kWh | 10,35 ct/kWh |
Maßgeblich ist der Satz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme; die Bundesnetzagentur senkt die Vergütung halbjährlich um rund 1 %. Bei größeren Anlagen wird anteilig gerechnet: Eine 15-kWp-Anlage bekommt für die ersten 10 kWp den höheren Satz, für den Rest den niedrigeren.
Wie lange bekommst du die Vergütung?
Der Satz, der zum Zeitpunkt deiner Inbetriebnahme gilt, ist dir für 20 Jahre garantiert. Gehst du also 2026 ans Netz, sicherst du dir die aktuellen Sätze bis 2046. Wichtig: Mit der geplanten EEG-Novelle 2027 soll diese feste Vergütung für neue Anlagen auslaufen (mehr dazu gleich) – wer sich die planbare Festvergütung für 20 Jahre sichern will, sollte die Inbetriebnahme nicht aufschieben.
Was ändert sich mit dem EEG 2027?
Am 29. Juli 2026 hat das Bundeskabinett die EEG-Novelle 2027 beschlossen. Sie ist noch nicht in Kraft – der Bundestag berät ab September 2026, und die EU-Beihilfegenehmigung steht aus. Geplant ist, die feste 20-Jahres-Einspeisevergütung für neue kleine Anlagen durch eine Übergangszahlung zu ersetzen: Sie startet bei rund 5,20 ct/kWh und wird nur noch für maximal 3 Jahre (36 Monate) gezahlt (ab August 2027 halbjährlich −1 %). Statt 20 Jahren Planbarkeit gäbe es also drei Jahre – bei niedrigerem Satz.
Der Unterschied ist erheblich:
| Inbetriebnahme 2026 (heute) | Nach EEG 2027 (geplant) | |
|---|---|---|
| Einspeisesatz | 7,70 ct/kWh | ca. 5,20 ct/kWh |
| Dauer | 20 Jahre fest | max. 3 Jahre |
| Planbarkeit | hoch, gesetzlich garantiert | gering, danach Marktmodell |
Was heißt das konkret? Wer seine Anlage noch 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich die 7,70 ct fest für 20 Jahre. Weil zwischen Bestellung, Lieferung und Netzanschluss mehrere Wochen liegen, ist – mit etwas Puffer – Oktober/November 2026 der letzte realistische Bestellzeitpunkt, um den Netzanschluss sicher noch 2026 zu schaffen. (Alle Angaben zum EEG 2027 nach dem Kabinettsentwurf vom Juli 2026; Änderungen im parlamentarischen Verfahren möglich.)
Was der Entwurf im Einzelnen vorsieht und wen er betrifft, fassen wir im Ratgeber zum EEG 2027 und seinen Folgen für Neuanlagen zusammen.
Warum der Eigenverbrauch heute wichtiger ist
Hier liegt der eigentliche Punkt. Eingespeister Strom bringt dir 7,70 Cent. Strom, den du selbst verbrauchst, spart dir den Einkaufspreis – aktuell 30 bis 40 Cent pro Kilowattstunde. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ist damit rund vier- bis fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste. Die Konsequenz: Nicht möglichst viel einspeisen, sondern möglichst viel selbst verbrauchen – und genau dafür sorgt ein Stromspeicher.
Das Solarspitzengesetz – der oft übersehene Faktor
Seit Februar 2025 gilt für neue Anlagen das Solarspitzengesetz. Ohne intelligentes Messsystem wird die Einspeiseleistung auf 60 % der Modulleistung gedrosselt, und in Viertelstunden mit negativen Börsenpreisen entfällt die Vergütung ganz. Im Klartext: Ein Teil deines Stroms verpufft, wenn du ihn nicht speicherst. Ein Batteriespeicher fängt genau diese Spitzen auf.
Rechenbeispiel
Eine 10-kWp-Anlage erzeugt in Deutschland rund 9.500 kWh im Jahr (Ertragswerte u. a. vom Fraunhofer ISE). Ohne Speicher verbrauchst du davon vielleicht 3.000 kWh selbst, der Rest (6.500 kWh) wird eingespeist – das bringt bei 7,70 ct rund 500 € Vergütung. Mit Speicher steigt dein Eigenverbrauch auf 6.000 kWh und mehr; die zusätzlich selbst genutzten 3.000 kWh sparen dir bei 37 ct Strompreis rund 1.100 €. Der Speicher macht den Unterschied. Ein PV-Komplettset mit Speicher startet bei uns ab 4.799 € (0 % MwSt.).
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?
Für neue Anlagen bis 10 kWp 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung (Stand ab August 2026), 20 Jahre garantiert.
Teil- oder Volleinspeisung – was lohnt sich?
Für Haushalte fast immer Teileinspeisung: Du verbrauchst so viel wie möglich selbst (spart ~37 ct/kWh) und speist nur den Rest ein. Volleinspeisung lohnt nur ohne nennenswerten Eigenverbrauch.
Was ändert sich mit dem EEG 2027?
Das Bundeskabinett hat am 29.07.2026 die EEG-Novelle 2027 beschlossen (noch nicht in Kraft). Geplant ist, die feste 20-Jahres-Vergütung durch eine Übergangszahlung von rund 5,20 ct/kWh für maximal 3 Jahre zu ersetzen. Wer 2026 ans Netz geht, sichert sich noch die feste Vergütung (7,70 ct) für 20 Jahre.
Was ist die Übergangszahlung im EEG 2027?
Ein geplanter Ersatz für die feste Einspeisevergütung: rund 5,20 ct/kWh, aber nur für maximal 3 Jahre statt 20. Noch Entwurf (Kabinett 29.07.2026), der Bundestag berät ab September 2026.
Bis wann muss ich bestellen, um 2026 noch die feste Vergütung zu bekommen?
Maßgeblich ist die Inbetriebnahme bzw. der Netzanschluss in 2026. Wegen Liefer- und Anschlusszeiten ist Oktober/November 2026 der letzte realistische Bestellzeitpunkt.
Brauche ich wegen des Solarspitzengesetzes einen Speicher?
Pflicht ist er nicht, aber ohne intelligentes Messsystem wird auf 60 % gedrosselt. Ein Speicher fängt die abgeregelten Spitzen auf und macht die Anlage voll nutzbar.
Weil sich der Eigenverbrauch mehr lohnt als die Einspeisung, sind Anlage und Speicher zusammen die beste Wahl. Welche Förder-Bausteine 2026 sonst noch greifen, liest du im Förder-Ratgeber. Wer kein eigenes Kapital binden will, kann alternativ die Dachfläche vermieten. Sieh dir unsere PV-Komplettpakete mit Speicher und passende Stromspeicher an. Fragen? Kostenlose Beratung.
Stand August 2026. Vergütungssätze laut Bundesnetzagentur, halbjährliche Anpassung. EEG 2027 nach Kabinettsentwurf vom Juli 2026, noch nicht in Kraft. Angaben ohne Gewähr, keine Steuer- oder Rechtsberatung.






