Ratgeber · Einspeisung

Nulleinspeisung: sinnvoll oder nicht? (2026)

Von Deine Solarwelt Aktualisiert am 9. July 2026 5 Min. Lesezeit
Nulleinspeisung: sinnvoll oder nicht? (2026)

Den eigenen Solarstrom komplett selbst nutzen und nichts ans Netz verschenken – das klingt nach der perfekten Lösung. In der Praxis ist die Nulleinspeisung für die meisten Haushalte aber ein Verlustgeschäft: Du verzichtest auf die Einspeisevergütung und wirfst überschüssige Energie weg, statt sie zu Geld zu machen.

Trotzdem hat das Modell seine Berechtigung – in bestimmten Fällen und vor allem mit Blick auf 2027, wenn sich bei der Einspeisevergütung einiges ändert. Dieser Ratgeber zeigt ehrlich, wann Nulleinspeisung sinnvoll ist und wann nicht.

Das Wichtigste zuerst

  • Bei Nulleinspeisung speist die PV-Anlage bewusst nichts ins öffentliche Netz – der Strom wird komplett selbst genutzt, gespeichert oder abgeregelt.
  • Für Standard-Dachanlagen (5–15 kWp) lohnt sich das meist nicht: Man verliert die Einspeisevergütung (rund 7,70 ct/kWh, Stand August 2026) und verschenkt Ertrag.
  • Sinnvoll vor allem bei sehr hohem Eigenverbrauch (Wärmepumpe, E-Auto, großer Speicher) oder wenn der Netzanschluss Probleme macht.
  • Ab 2027 gewinnt die Nulleinspeisung an Bedeutung, weil die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen umgebaut werden soll.

Was ist Nulleinspeisung?

Nulleinspeisung bedeutet, dass deine Photovoltaikanlage null Kilowattstunden ins öffentliche Netz abgibt. Der erzeugte Strom wird zuerst im Haushalt verbraucht, dann in den Speicher geladen – und was dann noch übrig ist, wird über die Regelungstechnik abgeregelt, also gar nicht erst erzeugt. Möglich macht das ein Nulleinspeisungsregler oder ein Wechselrichter mit Zero-Export-Funktion in Verbindung mit einem Smart Meter am Hausanschluss.

Lohnt sich Nulleinspeisung?

Für die meisten privaten Anlagen: nein. Zwei Gründe sprechen dagegen. Erstens verzichtest du auf die Einspeisevergütung – auch wenn sie mit rund 7,70 ct/kWh niedrig ist, ist es bares Geld für Strom, den du sonst ohnehin nicht nutzt. Zweitens geht Ertrag verloren: Ohne Speicher können 20 bis 40 % der möglichen Jahresproduktion durch das Abregeln verschwinden. Unterm Strich bringt die Kombination aus Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung fast immer mehr als reine Nulleinspeisung.

Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde aus dem Netz kostet aktuell im Schnitt rund 37 Cent, die Einspeisung bringt 7,70 Cent. Das zeigt, worauf es wirklich ankommt – auf einen möglichst hohen Eigenverbrauch, nicht auf den Verzicht aufs Einspeisen.

Wann kann Nulleinspeisung sinnvoll sein?

  • Sehr hoher Eigenverbrauch: Haushalte mit Wärmepumpe, E-Auto oder großem Speicher nutzen ohnehin fast den ganzen Strom selbst – dann fällt der Vergütungsverzicht kaum ins Gewicht.
  • Schwieriger Netzanschluss: Wenn der Netzbetreiber die Einspeisung begrenzt oder der Anschluss sich verzögert, kann eine Anlage mit Nulleinspeisung schneller in Betrieb gehen.
  • Negative Börsenpreise: In Stunden mit negativen Preisen ist Einspeisen ohnehin unattraktiv – hier spielt Nulleinspeisung ihre Stärke aus.

Nulleinspeisung vs. Überschusseinspeisung

Das Standardmodell ist die Überschusseinspeisung: Du nutzt so viel Solarstrom wie möglich selbst und speist nur den Rest ein – dafür gibt es die Vergütung. Die Nulleinspeisung verzichtet komplett aufs Einspeisen. Für die meisten Haushalte ist die Überschusseinspeisung wirtschaftlich klar überlegen, weil sie beide Einnahmequellen nutzt: gesparter Netzstrom plus Vergütung. Das Gegenstück ist die Volleinspeisung, bei der der gesamte Strom ins Netz geht.

Welche Technik braucht man für Nulleinspeisung?

Für echte Nulleinspeisung brauchst du einen Nulleinspeisungsregler (etwa 200–600 €) oder einen Wechselrichter mit integrierter Zero-Export-Funktion, dazu ein Smart Meter am Hausanschluss, das die Einspeisung überwacht. Ein Batteriespeicher ist praktisch Pflicht, wenn sich die Ertragsverluste in Grenzen halten sollen (dazu gleich mehr). Passende Stromspeicher findest du bei uns.

Die Rolle des Speichers

Der Speicher entscheidet, wie viel Ertrag bei Nulleinspeisung verloren geht. Ohne Speicher landen 20 bis 40 % der möglichen Jahresproduktion im Nichts, weil sie abgeregelt werden. Mit einem ausreichend großen Batteriespeicher lässt sich dieser Verlust auf unter 10 % senken, weil der Überschuss zwischengespeichert und später genutzt wird. Wie du die richtige Größe findest, erklärt der Ratgeber Stromspeicher-Größe berechnen. Überschüssige Energie lässt sich auch mit einem PV-Heizstab in Warmwasser umwandeln, statt sie abzuregeln.

Was ändert sich 2027?

Für neue Anlagen bis 25 kWp ist ab dem 1. Januar 2027 geplant, die feste Einspeisevergütung abzuschaffen. Stattdessen sollen Betreiber ihren Strom ungefördert direkt vermarkten – oder eben auf Nulleinspeisung setzen. Damit wird das Modell künftig attraktiver, gerade in Kombination mit hohem Eigenverbrauch und Speicher. Die aktuellen Vergütungssätze findest du im Ratgeber Einspeisevergütung 2026.

Wie die künftige Vergütungslogik genau aussehen soll und welche Fristen dabei gelten, zeigt unser Ratgeber zur geplanten Neuregelung durch das EEG 2027.

Häufige Fragen

Lohnt sich Nulleinspeisung für ein normales Einfamilienhaus?

Meist nicht. Für Standardanlagen von 5–15 kWp ist die Überschusseinspeisung wirtschaftlich fast immer besser, weil Vergütung und Eigenverbrauch zusammen mehr bringen.

Wie viel Ertrag verliert man bei Nulleinspeisung?

Ohne Speicher 20–40 % der Jahresproduktion, mit ausreichend großem Speicher unter 10 %.

Was kostet die Technik für Nulleinspeisung?

Ein Nulleinspeisungsregler liegt bei etwa 200–600 €; alternativ übernimmt ein Wechselrichter mit Zero-Export-Funktion die Aufgabe. Dazu kommt ein Smart Meter.

Ist Nulleinspeisung dasselbe wie Autarkie?

Nein. Autarkie beschreibt, wie unabhängig du vom Netz bist. Nulleinspeisung heißt nur, dass du nichts einspeist – Netzstrom beziehen kannst du trotzdem.

Tipp: Ob Nulleinspeisung, Überschusseinspeisung oder ein großzügiger Speicher für dich am meisten bringt, hängt von deinem Verbrauch ab. Wir rechnen dir die Varianten durch – fordere eine kostenlose Beratung an oder sieh dir unsere PV-Komplettpakete mit Speicher an.

Angaben Stand August 2026, ohne Gewähr. Vergütungssätze, EEG-Regeln und Ertragswerte sind Richtwerte und können sich ändern; dies ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.

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