Morgens heiß duschen, ohne dass die Stromrechnung explodiert – geht das mit einer Wärmepumpe? Ja. Aber beim Warmwasser gelten andere Regeln als beim Heizen: Es braucht höhere Temperaturen, und genau das drückt die Effizienz. Wer das versteht, richtet seine Anlage so ein, dass warmes Wasser günstig bleibt.
Dieser Ratgeber erklärt, wie eine Wärmepumpe Warmwasser erzeugt, welche Temperatur wirklich nötig ist, was es mit Legionellen auf sich hat und wie du mit eigenem Solarstrom fast zum Nulltarif duschst.
Das Wichtigste zuerst
- Warmwasser erzeugt die Wärmepumpe entweder über die Heizungs-Wärmepumpe plus Warmwasserspeicher oder über eine eigene Brauchwasser-Wärmepumpe.
- Üblich sind 50–55 °C im Speicher – das reicht für Komfort und hält die Anlage effizient.
- Warmwasser senkt die Effizienz: Die JAZ liegt bei der Trinkwassererwärmung nur bei rund 2,4 (Luft) bis 3,1 (Erdwärme), weil höhere Temperaturen nötig sind.
- Mit einer Photovoltaikanlage heizt du das Wasser mittags mit eigenem Solarstrom – dann kostet die Warmwasserbereitung fast nichts.
Wie erzeugt eine Wärmepumpe Warmwasser?
Eine Wärmepumpe erzeugt Warmwasser, indem sie Umweltwärme auf Trinkwassertemperatur bringt und dieses erwärmte Wasser in einem Speicher vorhält. Dafür gibt es zwei Wege:
- Heizungs-Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher: Die gleiche Wärmepumpe, die dein Haus heizt, lädt zusätzlich einen Trinkwasser- oder Kombispeicher. Sie schaltet dafür zeitweise auf eine höhere Temperatur um.
- Brauchwasser-Wärmepumpe: ein eigenständiges, kompaktes Gerät nur fürs Warmwasser (dazu gleich mehr).
In beiden Fällen wird das Wasser bevorratet, nicht im Durchlauf erhitzt – du hast also einen Speicher von meist 150 bis 300 Litern im Haus. Wie du die passende Speichergröße für deinen Haushalt bestimmst, haben wir separat zusammengefasst.
Was ist eine Brauchwasser-Wärmepumpe?
Eine Brauchwasser-Wärmepumpe (auch Warmwasser-Wärmepumpe) ist ein kompaktes Gerät, das ausschließlich Warmwasser bereitet – im Prinzip eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit integriertem Speicher. Sie steht meist im Keller und nutzt die Wärme der Umgebungsluft. Praktischer Nebeneffekt: Sie kühlt und entfeuchtet den Aufstellraum, was in feuchten Kellern sogar erwünscht ist.
Für wen sie sich lohnt: für Haushalte, die noch mit Gas oder Öl heizen, aber das Warmwasser günstig und klimafreundlich erzeugen wollen – oder als Ergänzung zu einer PV-Anlage. Moderne Geräte mit R290-Kältemittel schaffen 65–70 °C rein thermodynamisch, also ganz ohne stromfressenden Heizstab.
Welche Temperatur braucht das Warmwasser?
Für den Alltag reichen 50 bis 55 °C Speichertemperatur – das ist warm genug zum Duschen und Spülen und hält die Wärmepumpe effizient. Höhere Temperaturen kosten spürbar mehr Strom, ohne im Alltag einen Vorteil zu bringen. Als Faustregel gilt: So niedrig wie möglich, so hoch wie nötig.
Legionellen: wann müssen es 60 °C sein?
Legionellen sind Bakterien, die sich im lauwarmen Wasser (etwa 25–50 °C) vermehren und beim Einatmen feiner Tröpfchen gefährlich werden können. Zum Schutz wird das Wasser regelmäßig auf mindestens 60 °C erhitzt. Wie streng das gehandhabt werden muss, hängt von der Speichergröße ab:
- Kleine Anlagen im Ein- und Zweifamilienhaus (Speicher bis 400 Liter, kurze Leitungen) gelten als risikoarm – hier genügt meist ein regelmäßiges Aufheizprogramm.
- Größere Anlagen unterliegen strengeren Hygiene-Regeln (DVGW-Arbeitsblatt W 551) mit regelmäßiger 60-°C-Aufheizung.
Fast jede moderne Wärmepumpe hat dafür ein automatisches Legionellenschutz-Programm, das den Speicher z. B. einmal pro Woche kurz hochheizt. Wichtig zu wissen: Jede 10 °C höhere Speichertemperatur kostet rund 0,2 bis 0,3 Punkte JAZ – deshalb macht man das gezielt, nicht dauerhaft.
Wie effizient ist Warmwasser mit einer Wärmepumpe?
Weniger effizient als das Heizen – das ist der ehrliche Teil. Während eine Wärmepumpe im Heizbetrieb mit niedrigen Vorlauftemperaturen JAZ-Werte von 4 und mehr erreicht, liegt die Jahresarbeitszahl bei der Trinkwassererwärmung im Bestand nur bei rund 3,1 (Erdwärme) bzw. 2,4 (Luft). Der Grund ist simpel: Warmwasser braucht höhere Temperaturen als eine Fußbodenheizung, und jede zusätzliche Temperaturstufe kostet Effizienz.
Trotzdem bleibt es günstiger und sauberer als ein elektrischer Boiler oder eine alte Gastherme – vor allem, wenn Solarstrom ins Spiel kommt. Wie sich die JAZ zusammensetzt, erklärt der Ratgeber JAZ Wärmepumpe.
Wie viel Strom braucht die Warmwasserbereitung?
Als grober Richtwert liegt der Warmwasserbedarf bei etwa 500 bis 800 kWh Wärme pro Person und Jahr. Bei einer JAZ von rund 2,5 für Warmwasser entspricht das ungefähr 200 bis 320 kWh Strom pro Person. Ein Vier-Personen-Haushalt kommt so grob auf 800 bis 1.300 kWh Strom im Jahr allein fürs warme Wasser. Den gesamten Verbrauch der Wärmepumpe erklären wir unter Wärmepumpe Stromverbrauch.
Wie lange braucht die Wärmepumpe zum Aufheizen?
Einen typischen Warmwasserspeicher heizt die Wärmepumpe in etwa ein bis drei Stunden auf – abhängig von Speichergröße, Leistung und Zieltemperatur. In der Praxis läuft das ein- bis zweimal am Tag, idealerweise dann, wenn Strom günstig oder eigener Solarstrom verfügbar ist. Genau das führt zum nächsten Punkt.
Warmwasser mit Wärmepumpe und Photovoltaik
Hier wird es richtig günstig: Legst du die Warmwasserbereitung auf die Mittagszeit, heizt die Wärmepumpe den Speicher mit eigenem Solarstrom auf – Strom, der sonst für wenige Cent ins Netz ginge. So kostet das warme Wasser an sonnigen Tagen praktisch nichts. Welche Lösung zu dir passt, zeigt der Ratgeber Warmwasser mit Photovoltaik. Eine PV-Anlage mit Speicher und ein Energiemanager, der die Wärmepumpe passend ansteuert, machen das automatisch. Die Komponenten – Solarmodule, Wechselrichter und Heimspeicher – gibt es bei uns auch einzeln. Mehr zum Zusammenspiel liest du unter Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren. Eine einfache Alternative zur Warmwasserbereitung mit Solarüberschuss ist der Photovoltaik-Heizstab.
Was kostet eine Wärmepumpe für Warmwasser?
Eine eigenständige Brauchwasser-Wärmepumpe inklusive Speicher und Einbau liegt grob bei 2.000 bis 4.000 €. Wird das Warmwasser dagegen über die Heizungs-Wärmepumpe miterzeugt, ist der zusätzliche Warmwasserspeicher Teil der Gesamtanlage – die Preise dafür findest du im Ratgeber Wärmepumpe Kosten 2026. Passende Geräte gibt es in unserer Kategorie Wärmepumpen.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man das Warmwasser mit der Wärmepumpe aufheizen?
Meist reicht ein- bis zweimal täglich, plus das wöchentliche Legionellenschutz-Programm. Wer eine PV-Anlage hat, legt die Aufheizung am besten in die Mittagsstunden.
Welche Temperatur sollte man beim Warmwasser einstellen?
50 bis 55 °C sind für den Alltag ideal. Höher nur fürs periodische Legionellenschutz-Programm – dauerhaft hohe Temperaturen kosten unnötig Strom.
Ist Warmwasser mit Gas oder Wärmepumpe günstiger?
Langfristig meist die Wärmepumpe, besonders mit eigenem Solarstrom. Eine Gastherme ist in der Anschaffung günstiger, im Betrieb aber vom Gaspreis und CO₂-Preis abhängig, der weiter steigt.
Kühlt eine Brauchwasser-Wärmepumpe den Raum aus?
Sie entzieht der Aufstellraumluft Wärme und kühlt ihn dadurch leicht ab – im Keller ist das meist unproblematisch oder sogar erwünscht, weil sie zugleich entfeuchtet.
Reicht die Wärmepumpe im Winter fürs Warmwasser?
Ja. Auch bei Minusgraden bereitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zuverlässig Warmwasser – die Effizienz sinkt bei Kälte etwas, der Komfort bleibt aber erhalten.
Tipp: Ob eigene Brauchwasser-Wärmepumpe oder Warmwasser über die Heizungsanlage – was in deinem Haus günstiger ist, hängt von deiner Heizung und einer möglichen PV-Anlage ab. Unsere Fachberater rechnen dir beide Varianten durch: jetzt kostenlose Beratung anfragen oder direkt bei den Wärmepumpen stöbern – auch als All-in-one-Komplettset mit PV.
Angaben Stand 2026, ohne Gewähr. JAZ-Werte, Verbräuche und Hygienevorgaben sind Richtwerte und hängen vom Einzelfall ab; dies ist keine Energie- oder Rechtsberatung.



