Warmwasser macht in vielen Haushalten einen erheblichen Teil des Energieverbrauchs aus – oft 12 bis 15 %. Mit einer PV-Anlage kannst du es günstig und klimafreundlich mit deinem eigenen Solarstrom erwärmen. Aber welcher Weg ist der richtige? Dieser Ratgeber vergleicht die drei wichtigsten Lösungen – Heizstab, Brauchwasser-Wärmepumpe und Heizungs-Wärmepumpe – und zeigt, wann sich welche lohnt.
Kompakt zusammengefasst
- Heizstab: günstig und einfach, aber Wirkungsgrad ≈ 1 – ideal für Überschussstrom.
- Brauchwasser-Wärmepumpe: macht aus 1 kWh Strom ca. 3 kWh Wärme, nur fürs Warmwasser.
- Heizungs-Wärmepumpe: heizt Haus und Warmwasser, höchste Effizienz.
- Je mehr eigener Solarstrom genutzt wird, desto höher der Autarkiegrad.
Du planst eine komplette Anlage? Beim Kauf eines unserer PV-Komplettpakete ist die Planung inklusive – mit Kabelwegen und Stringplanung (so läuft die Planung ab). Fragen vorab? Dann kostenlos beraten lassen.
Warum sich solares Warmwasser lohnt
Warmwasser wird das ganze Jahr über gebraucht – und im Sommer, wenn die Heizung aus ist, liefert deine PV-Anlage besonders viel Strom. Genau dann fällt oft Überschuss an, der sonst für wenige Cent ins Netz ginge. Diesen Strom ins Warmwasser zu stecken, ist eine der wirtschaftlichsten Formen des Eigenverbrauchs. Wie stark das deine Unabhängigkeit erhöht, erklärt der Ratgeber Autarkiegrad.
Weg 1: Heizstab
Der PV-Heizstab ist die einfachste Lösung: Ein elektrischer Heizstab im Warmwasserspeicher nimmt überschüssigen Solarstrom auf und erwärmt das Wasser. Vorteil: günstig, robust, leicht nachzurüsten. Nachteil: Wirkungsgrad ≈ 1 (aus 1 kWh Strom wird 1 kWh Wärme). Deshalb ist der Heizstab vor allem für Überschussstrom sinnvoll, der sonst ins Netz ginge – nicht, um teuren Netzstrom in Wärme zu verwandeln.
Weg 2: Brauchwasser-Wärmepumpe
Eine Brauchwasser-Wärmepumpe (auch Warmwasser-Wärmepumpe) nutzt die Umgebungsluft – z. B. im Keller oder Hauswirtschaftsraum – und macht aus 1 kWh Strom rund 3 kWh Wärme, also deutlich effizienter als der Heizstab. Sie kümmert sich ausschließlich um das Warmwasser und ist ideal, wenn du keine komplette Heizungserneuerung planst, aber effizient Warmwasser mit Solarstrom bereiten willst. Als Nebeneffekt entfeuchtet und kühlt sie den Aufstellraum leicht. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe Warmwasser.
Weg 3: Heizungs-Wärmepumpe
Wenn ohnehin die Heizung ansteht, ist die Wärmepumpe meist die beste Gesamtlösung: Sie heizt das Haus und bereitet Warmwasser – mit der höchsten Effizienz (COP bis rund 5). In Kombination mit deiner PV-Anlage sinken die Kosten für Heizen und Warmwasser gemeinsam. Wie das Zusammenspiel funktioniert und wie du den Solaranteil maximierst, liest du im Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik.
Tipp
Du bist unsicher, welche Komponenten zu deiner Anlage passen? Unsere Fachberater beraten dich kostenlos – Beratung anfragen oder telefonisch unter 089 248813740.
Wie wird Warmwasser mit Photovoltaik automatisch erwärmt?
Damit Solarstrom im Warmwasser landet, braucht es eine Steuerung: Sie misst, ob deine PV-Anlage gerade mehr Strom erzeugt, als im Haus verbraucht wird, und gibt diesen Überschuss an den Warmwasserbereiter weiter. Der Speicher wird dann gezielt aufgeheizt, solange die Sonne scheint – das warme Wasser steht abends und am nächsten Morgen bereit. Wie das technisch geschieht, hängt von der Lösung ab:
- Heizstab: Ein Regler erkennt den Überschuss und leitet genau diese Leistung in den Heizstab, bei vielen Modellen stufenlos. Mehr dazu im Ratgeber PV-Heizstab.
- Heizungs-Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle: Das SG-Ready-Label des Bundesverbands Wärmepumpe sieht einen „verstärkten Betrieb“ vor. Die Wärmepumpe hebt dann die Solltemperatur im Warmwasser- oder Pufferspeicher an und speichert den überschüssigen Strom als Wärme. Das Signal dafür kann zum Beispiel vom Wechselrichter, von einem Energiemanager oder vom Smart-Home-System kommen.
- Brauchwasser-Wärmepumpe: Auch reine Warmwasser-Wärmepumpen können das SG-Ready-Label tragen. Voraussetzung ist ein Regler, der die Warmwasser-Solltemperatur automatisch anhebt, um überschüssigen Strom als Wärme zu speichern.
Ob ein Gerät diese Schnittstelle hat, steht im Datenblatt; der Bundesverband Wärmepumpe führt außerdem eine öffentliche SG-Ready-Datenbank. Bei Fragen zur Kombination mit deiner PV-Anlage hilft dir unsere kostenlose Beratung.
Welche Lösung passt zu dir?
| Situation | empfohlene Lösung |
|---|---|
| PV vorhanden, viel Sommerüberschuss, einfach gewünscht | Heizstab |
| effizient nur Warmwasser mit Solarstrom | Brauchwasser-Wärmepumpe |
| Heizung steht ohnehin an | Heizungs-Wärmepumpe |
Oft ist auch eine Kombination sinnvoll – z. B. eine Wärmepumpe fürs Grundsystem plus Heizstab für den letzten Sommerüberschuss. Entscheidend ist, dass möglichst viel deines Solarstroms im Haus bleibt.
Wie viel Solarstrom braucht die Warmwasserbereitung?
Als Richtwert gelten rund 40 Liter Warmwasser pro Person und Tag. Um einen Liter Wasser um 50 Grad zu erwärmen – etwa von 10 auf 60 °C –, sind ungefähr 0,058 kWh Wärme nötig. Ein Vier-Personen-Haushalt braucht damit rund 9,3 kWh Wärme am Tag. Wie viel Strom dafür anfällt, hängt von der Technik ab: Beim Heizstab ist es fast dieselbe Menge, bei einer Brauchwasser-Wärmepumpe etwa ein Drittel.
| Lösung | Strom pro Tag | Strom pro Jahr |
|---|---|---|
| Heizstab (aus 1 kWh Strom wird 1 kWh Wärme) | rund 9,3 kWh | rund 3.400 kWh |
| Brauchwasser-Wärmepumpe (aus 1 kWh Strom werden rund 3 kWh Wärme) | rund 3,1 kWh | rund 1.100 kWh |
Beispiel für 4 Personen mit je 40 Litern, vereinfacht gerechnet ohne Speicher- und Leitungsverluste. Der echte Bedarf hängt stark davon ab, wie oft und wie heiß ihr duscht oder badet. Die Rechnung zeigt aber, warum der Heizstab vor allem für Überschuss taugt, der sonst ins Netz ginge: Für dieselbe Wassermenge braucht er etwa dreimal so viel Solarstrom wie eine Brauchwasser-Wärmepumpe.
Was du dafür brauchst
Grundlage ist eine passend dimensionierte PV-Anlage. Wie groß und teuer die sein sollte, zeigt der Ratgeber Was kostet eine Solaranlage?. Module findest du unter Solarmodule, Wärmepumpen unter Wärmepumpen und Zubehör für Warmwasser/Heizung unter Heizsysteme. Für Privatkunden gilt auf PV-Komponenten bis 30 kWp der Nullsteuersatz (0 % MwSt.).
Häufige Fragen
Was ist günstiger: Heizstab oder Wärmepumpe?
Der Heizstab in der Anschaffung, die Wärmepumpe im Betrieb (höhere Effizienz). Für reinen Überschussstrom ist der Heizstab oft die wirtschaftlichste Ergänzung.
Brauche ich einen Stromspeicher für solares Warmwasser?
Nicht zwingend – der Warmwasserspeicher selbst ist bereits ein „Wärmespeicher". Ein Stromspeicher erhöht zusätzlich die Nutzung deines Solarstroms für alle Verbraucher.
Wie viel Warmwasser kann ich solar decken?
Im Sommer oft nahezu vollständig, im Winter anteilig – abhängig von Anlagengröße und gewählter Lösung.
Lohnt sich eine Brauchwasser-Wärmepumpe mit PV?
Ja – sie ist deutlich effizienter als ein Heizstab und nutzt den Solarstrom besonders sparsam für Warmwasser.
Angaben Stand 2026, ohne Gewähr. Dies ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.



