Eine Gasheizung ist billiger – zumindest beim Kauf. Über die Jahre kippt die Rechnung: steigende Gas- und CO₂-Preise machen die Wärmepumpe Stück für Stück zur günstigeren Heizung. Wer heute neu baut oder saniert, entscheidet deshalb nicht nur über die Anschaffung, sondern über die Kosten der nächsten 20 Jahre.
Dieser Vergleich stellt beide Systeme ehrlich gegenüber: Anschaffung, Betriebskosten, Förderung, Gesetzeslage und die Frage, was sich für wen wirklich lohnt. Wie die Wärmepumpe gegen eine Pelletheizung abschneidet, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe vs. Pelletheizung.
Das Wichtigste zuerst
- Die Gasheizung ist in der Anschaffung günstiger, die Wärmepumpe im Betrieb – und der Abstand wächst mit steigendem CO₂-Preis.
- Über 20 Jahre liegen die Betriebskosten einer Wärmepumpe bei rund 35.400 €, die einer Gasheizung bei rund 63.000 €.
- Nur die Wärmepumpe wird gefördert – mit bis zu 70 % über die KfW. Für eine reine Gasheizung gibt es keinen Zuschuss.
- Die frühere 65-%-Erneuerbaren-Pflicht (GEG) ist mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) entfallen – für die Wärmepumpe sprechen jetzt Wirtschaftlichkeit, Förderung und Unabhängigkeit statt gesetzlicher Zwang.
Wärmepumpe oder Gasheizung – worauf kommt es an?
Der Vergleich hat drei Ebenen: die einmalige Anschaffung, die laufenden Betriebskosten und das Zukunftsrisiko durch den steigenden CO₂-Preis. Bei der Anschaffung gewinnt die Gasheizung, beim Betrieb und in der Zukunft die Wärmepumpe. Welche für dich die richtige ist, hängt davon ab, wie lange du das System nutzen willst.
Anschaffungskosten im Vergleich
Eine neue Gasheizung kostet inklusive Einbau grob 8.000–15.000 €. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt mit 27.000–40.000 € deutlich höher – allerdings vor Förderung. Mit bis zu 70 % KfW-Zuschuss sinkt der Eigenanteil der Wärmepumpe oft auf ein ähnliches Niveau wie die Gasheizung. Details unter Wärmepumpe Kosten 2026.
Betriebskosten im Vergleich
Hier dreht sich das Bild. Eine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe ist im Jahr bereits rund 340 € günstiger im Betrieb als eine neue Gasheizung – Tendenz steigend. Über 20 Jahre gerechnet liegen die Betriebskosten der Wärmepumpe bei etwa 35.400 €, die der Gasheizung bei rund 63.000 €. Der Grund: Die Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme, während die Gasheizung jede Kilowattstunde Gas einzeln kaufen muss.
Der CO₂-Preis: das Zukunftsrisiko der Gasheizung
Auf fossiles Gas fällt ein CO₂-Preis an, der 2026 im Bereich von 55–65 €/t liegt. Ab dem europäischen Emissionshandel ETS2 (2027/2028) ist dieser Preis nicht mehr nach oben gedeckelt – Gas dürfte also spürbar teurer werden. Wärmepumpenstrom unterliegt diesem Risiko nicht. Wer heute eine Gasheizung einbaut, trägt dieses Preisrisiko über die gesamte Laufzeit.
Was sagt das Gesetz? (GModG statt 65-%-Regel)
Wichtige Änderung 2026: Der Bundestag hat am 10.07.2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen, der Bundesrat hat es passieren lassen. Damit ist die bisherige 65-%-Erneuerbaren-Pflicht beim Heizungstausch aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) entfallen. Eigentümer sind bei der Heiztechnik wieder frei – Wärmepumpe, Fernwärme, Hybrid, Biomasse, aber grundsätzlich auch Gas. Der „gesetzliche Zwang“ zur Wärmepumpe ist damit weg. Was stattdessen gilt – von der freien Heizungswahl bis zur stufenweise steigenden Bio-Quote für neue Gasheizungen, haben wir im Detail aufgeschlüsselt. Wirtschaftlich ändert das aber wenig: Die Wärmepumpe bleibt dank Förderung, niedriger Betriebskosten und Unabhängigkeit vom CO₂-Preis in den meisten Fällen die klügere Wahl – jetzt aus Überzeugung statt aus Pflicht.
Förderung: nur die Wärmepumpe
Ein klarer Punkt für die Wärmepumpe: Sie wird über die KfW-Heizungsförderung mit bis zu 70 % bezuschusst (Grundförderung, Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus), gedeckelt auf 28.000 € förderfähige Kosten (seit 21.07.2026). Für eine reine Gasheizung gibt es keine Förderung. Wie du den Zuschuss beantragst, steht im Ratgeber Wärmepumpe Förderung 2026.
Gesamtkosten über 20 Jahre
| Posten | Wärmepumpe | Gasheizung |
|---|---|---|
| Anschaffung (vor Förderung) | 27.000–40.000 € | 8.000–15.000 € |
| Förderung | bis 70 % | keine |
| Betriebskosten 20 Jahre | ca. 35.400 € | ca. 63.000 € |
| CO₂-Preis-Risiko | nein | ja (steigend) |
Über die Laufzeit amortisiert sich die Wärmepumpe gegenüber der Gasheizung meist nach 8 bis 15 Jahren – mit Förderung teils deutlich früher.
Mit Solarstrom wird die Wärmepumpe noch günstiger
Der größte Kostenvorteil entsteht, wenn die Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom läuft. Eine PV-Anlage mit Speicher senkt die Betriebskosten weiter, weil du weniger Netzstrom kaufst. Die passenden Komponenten – Solarmodule, Wechselrichter und Heimspeicher – gibt es einzeln oder im Set. Mehr dazu unter Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren.
Für wen ist was sinnvoll?
- Wärmepumpe: für alle, die langfristig planen, Förderung nutzen und von steigenden Gaspreisen unabhängig sein wollen – ideal mit PV.
- Gasheizung: allenfalls als kurzfristige Übergangslösung mit knappem Budget – wirtschaftlich wird sie wegen CO₂-Preis und fehlender Förderung aber zunehmend zum Auslaufmodell.
Häufige Fragen
Was ist günstiger: Wärmepumpe oder Gasheizung?
In der Anschaffung die Gasheizung, im Betrieb und über die Laufzeit die Wärmepumpe – vor allem mit Förderung und eigenem Solarstrom.
Darf ich 2026 noch eine Gasheizung einbauen?
Ja. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist die frühere 65-%-Erneuerbaren-Pflicht entfallen – die Heiztechnik ist wieder frei wählbar. Wirtschaftlich bleibt eine reine Gasheizung wegen steigender CO₂-Preise und fehlender Förderung aber riskant.
Wann amortisiert sich die Wärmepumpe gegenüber Gas?
Meist nach 8 bis 15 Jahren – mit hoher Förderung und PV oft deutlich schneller.
Lohnt sich der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe?
In den meisten Fällen ja, besonders beim Austausch einer alten Heizung: hohe Förderung, niedrigere Betriebskosten und kein CO₂-Preis-Risiko.
Tipp: Ob sich der Umstieg in deinem Haus rechnet, hängt von Heizlast, Förderung und einer möglichen PV-Anlage ab. Unsere Fachberater rechnen dir beides durch – fordere eine kostenlose Beratung an oder sieh dir unsere Wärmepumpen an – auch als All-in-one-Komplettset mit PV.
Angaben Stand Juli 2026, ohne Gewähr. Kosten, CO₂-Preise und Gesetzeslage können sich ändern; dies ist keine Steuer-, Energie- oder Rechtsberatung.






