Solarkabel verlegen: So verkabelst du Solarmodule richtig

Von Deine Solarwelt Aktualisiert am 25. September 2026 18 Min. Lesezeit
Solarkabel verlegen: So verkabelst du Solarmodule richtig

Die Module liegen, die Klemmen sitzen, das Gerüst steht noch – und jetzt hängen zwei Kabelenden an der Dachkante und müssen irgendwie zum Wechselrichter in den Keller. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob eine Anlage 25 Jahre lang unauffällig läuft oder ob sie irgendwann mit einem Isolationsfehler, einer durchgescheuerten Leitung oder einem feuchten Dachboden auf sich aufmerksam macht. Solarkabel verlegen ist keine Nebensache, sondern der Teil der Montage, bei dem die meisten vermeidbaren Fehler passieren.

In diesem Ratgeber geht es um den Weg der Leitung: welches Kabel aufs Dach gehört, wie du Solarmodule verkabelst, wie die Leitung sauber befestigt und durchs Dach geführt wird, wie du ein Solarkabel verlängerst und was die Regeln für DC-Leitungen im Haus verlangen. Grundlage sind die Datenblätter der Kabelhersteller, die Montageanleitung von Stäubli für MC4-Steckverbinder und ein gemeinsames Merkblatt von BSW-Solar, DGS, Fraunhofer ISE, GDV, TÜV Rheinland und ZVEH zur Leitungsverlegung.

Auf einen Blick

  • Nur echtes Solarkabel: Aufs Dach gehört einadrige PV-Leitung nach DIN EN 50618 (Typ H1Z2Z2-K) – UV- und ozonbeständig, für 1.500 V DC ausgelegt.
  • Plus und Minus zusammen führen: Je kleiner die Fläche zwischen Hin- und Rückleitung, desto weniger Überspannung koppelt ein Blitz in der Nähe ein.
  • Kabelbinder fixieren nur: Tragen müssen Clips oder Schellen; Stecker liegen nie auf der Dachhaut oder in einer Wassersenke.
  • Nie Stecker verschiedener Hersteller kombinieren – und nie unter Last trennen.
  • Im Haus gelten Brandschutzregeln: DC-Leitungen werden gekennzeichnet und geschützt verlegt oder außen geführt (VDE-AR-E 2100-712).

Du planst eine komplette Anlage? Beim Kauf eines unserer PV-Komplettpakete ist die Planung inklusive – mit Kabelwegen und Stringplanung (so läuft die Planung ab). Fragen vorab? Dann kostenlos beraten lassen.

Welches Kabel gehört aufs Dach?

Auf die Gleichstromseite einer PV-Anlage gehört einadrige Solarleitung nach DIN EN 50618, erkennbar an der Typbezeichnung H1Z2Z2-K. Sie ist doppelt isoliert, halogenfrei, UV- und ozonbeständig und für eine Nennspannung von 1.500 V Gleichspannung gebaut. Normale Installationsleitung wie NYM hat auf dem Dach nichts verloren – sie ist weder für die Strahlung noch für diese Spannung gedacht.

Die Datenblätter zweier großer Kabelhersteller zeigen, was diese Leitung aushalten muss. Helukabel gibt für seine SOLARFLEX-X H1Z2Z2-K eine zulässige Leitertemperatur von +120 °C, einen Temperaturbereich von −40 °C bis +90 °C bei fester Verlegung und eine maximale Systemspannung von 1,8 kV DC an. Lapp nennt für die gleiche Bauart dieselbe Nennspannung und dieselbe Obergrenze der Systemspannung. Bei beiden gilt für fest verlegte Leitungen ein Mindestbiegeradius vom Vierfachen des Außendurchmessers. Bei einer 6-mm²-Leitung mit gut 6 mm Durchmesser heißt das: engere Bögen als etwa 2,5 cm Radius sind tabu – auch dort, wo das Kabel um eine Schienenecke oder aus dem Modulrahmen heraus gebogen wird.

Welcher Querschnitt für deine Leitungslänge der richtige ist, klärt ein eigener Ratgeber: Solarkabel-Querschnitt richtig wählen. Hier geht es um den Weg, den das Kabel nimmt.

Wie planst du den Leitungsweg vom Modul zum Wechselrichter?

Der Leitungsweg wird geplant, bevor das erste Modul liegt – nicht danach. Er entscheidet, wie viele Meter Kabel du brauchst, wo das Dach durchdrungen wird und ob die DC-Leitung durchs Haus läuft oder außen bleibt. Drei Fragen stehen am Anfang: Wo sitzt der Wechselrichter? Wie viele Strings kommen vom Dach? Und gibt es einen Weg außen am Gebäude, der ohne Durchquerung von Wohnräumen auskommt?

Für die Route selbst gibt es zwei Grundmuster:

  • Außen am Gebäude: Die Leitungen laufen in einem UV-beständigen Kanal oder Rohr an der Fassade nach unten und gehen erst in der Nähe des Wechselrichters ins Haus. Vorteil: Die DC-Leitung durchquert keine Innenräume, die Brandschutzfrage (siehe unten) ist damit weitgehend erledigt.
  • Innen durchs Gebäude: Die Leitung geht über eine Dachdurchführung in den Dachboden und von dort durch einen Schacht, ein Leerrohr oder einen stillgelegten Kamin nach unten. Das ist unsichtbar, verlangt aber brandgeschützte Verlegung, Kennzeichnung und oft Deckendurchbrüche.

Leiterschleifen klein halten

Der wichtigste Planungsgrundsatz taucht im BSW-Merkblatt ebenso auf wie im Leitfaden des Blitzschutzherstellers: Die Fläche, die Plus- und Minusleitung eines Strings gemeinsam einschließen, soll so klein wie möglich sein. Laufen Hin- und Rückleitung weit auseinander, wirkt der String wie eine Antenne. Schlägt in der Nähe ein Blitz ein, induziert das Magnetfeld in dieser Schleife eine Spannung, die den Wechselrichter belastet. Der Blitzschutzhersteller DEHN rät deshalb, die Induktionsflächen zu minimieren – etwa indem Module so angeordnet oder gedreht werden, dass ihre Anschlüsse näher zusammenliegen, und indem die Stringleitungen induktionsarm verlegt werden.

In der Praxis heißt das: Die Rückleitung vom letzten Modul eines Strings läuft nicht quer übers Dach zurück, sondern auf dem kürzesten Weg parallel zur Hinleitung – beide Leitungen nebeneinander am selben Schienenstrang befestigt. Bei langen Modulreihen lohnt es sich, die Belegung schon mit Blick auf die Kabel zu planen. Welche Module überhaupt zu einem String gehören und wann Reihen- oder Parallelschaltung sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Solarmodule in Reihe oder parallel schalten.

Leitungslängen nicht auf Kante planen

Ein Detail, das auf der Baustelle regelmäßig Ärger macht: die Länge der Modulanschlussleitungen. Das Merkblatt von BSW-Solar und Partnern weist ausdrücklich darauf hin, dass gerade bei quer montierten Modulen die mitgelieferten Anschlussleitungen zu kurz sein können, um die Biegeradien einzuhalten, ohne an der Anschlussdose zu ziehen. Das Merkblatt wertet das als gravierenden Mangel. Prüfe deshalb vor der Belegung im Datenblatt deiner Module, wie lang die Anschlussleitungen sind – und plane Verlängerungen ein, bevor das Modul auf der Schiene liegt.

Solarmodule verkabeln: Wie gehst du auf dem Dach vor?

Solarmodule verkabelt man, indem man die Steckverbinder benachbarter Module zu einem String zusammensteckt und die beiden Stringenden über Solarleitung zum Wechselrichter führt. Der entscheidende Punkt: Ein Modul erzeugt Spannung, sobald Licht darauf fällt. Einen Aus-Schalter hat es nicht. Stäubli weist in der Montageanleitung darauf hin, dass aktive Teile auch nach dem Freischalten und Trennen der Stecker noch unter Spannung stehen können.

Eine sinnvolle Reihenfolge sieht so aus:

  1. Stringplan in der Hand: Welche Module bilden welchen String, wo beginnt und endet er? Beschrifte die Stringenden sofort (String 1+, String 1− usw.), nicht erst am Wechselrichter.
  2. Schutzkappen drauflassen: Nicht gesteckte Steckverbinder bleiben mit Schutzkappen verschlossen, damit weder Feuchtigkeit noch Staub hineingelangen.
  3. Modul für Modul stecken: Stecker und Buchse zusammenschieben, bis ein Klicken zu hören ist. Stäubli sieht danach eine Zugprobe mit höchstens 20 N vor, um das Einrasten zu kontrollieren.
  4. Leitungen sofort fixieren: Kein Stecker bleibt lose hängen – dazu gleich mehr.
  5. Stringenden offen und geschützt lassen: Das Ende eines Strings wird erst am Wechselrichter angeschlossen – im lastfreien Zustand und von der Fachkraft, die auch die AC-Seite übernimmt.
  6. Messen und dokumentieren: Polarität und Leerlaufspannung je String werden vor der Inbetriebnahme gemessen und protokolliert – das gehört zur Prüfung der Fachkraft.

Zwei Regeln gelten ohne Ausnahme. Erstens: Steckverbinder nie unter Last trennen – sonst droht ein Lichtbogen. Zweitens: Stecker und Buchse müssen vom selben Typ und Hersteller sein. Stäubli untersagt in der Montageanleitung MA273 ausdrücklich, eigene Stecker mit Buchsen anderer Hersteller zu verbinden, und das BSW-Merkblatt formuliert es genauso. Wie ein Stecker richtig gecrimpt wird und warum „MC4-kompatibel" nicht dasselbe ist wie Original, steht im Ratgeber MC4-Stecker anschließen.

Wie befestigst du Solarkabel richtig?

Solarkabel werden mit geeigneten Clips, Schellen oder Kabelführungen am Montagesystem befestigt, sodass sie weder durchhängen noch scheuern noch auf der Dachhaut liegen. Kabelbinder sind dafür nur bedingt geeignet: Das BSW-Merkblatt lässt sie ausschließlich zum Fixieren zu, nicht zum Tragen der Last – und nur, wenn sie für den Außeneinsatz und UV-Strahlung freigegeben sind.

Wie dicht befestigt wird, regelt in erster Linie der Hersteller der Leitung. Fehlen dessen Angaben, verweist das Merkblatt auf die Werte der DIN VDE 0100-520: Bei Leitungen unter 9 mm Außendurchmesser – also allen üblichen Solarkabeln – höchstens 250 mm Abstand waagerecht und 400 mm senkrecht zwischen zwei Befestigungspunkten.

Die Montageanleitung von Stäubli ergänzt, worauf es rund um die Stecker ankommt:

  • Die Leitung soll mindestens 20 mm gerade aus der Verschraubung des Steckers herauskommen, bevor sie gebogen wird.
  • Der Stecker darf nicht an der tiefsten Stelle der Leitungsführung sitzen, wo sich Wasser sammelt, und nicht in stehendem Wasser liegen.
  • Er darf nicht direkt auf der Dachfläche aufliegen.
  • Kabelbinder nicht am Steckergehäuse befestigen, und der Stecker darf nicht dauerhaft auf Zug stehen.
  • Keine Stecker in großen Bündeln, geschlitzten Wellrohren oder anderen Gehäusen, die die Wärmeabfuhr behindern.
  • Direkte Sonne auf dem Stecker möglichst vermeiden.

Dazu kommen die Grundregeln aus dem BSW-Merkblatt: keine scharfen Kanten an zugeschnittenen Kabelkanälen, Gitterrinnen oder Schienenenden – entgraten oder Kantenschutz verwenden. Die Leitung soll nicht dauerhaft im Wasser liegen, deshalb brauchen Kanäle einen Ablauf. Und wo die Dachhaut oder Dämmung brennbar ist, empfiehlt das Merkblatt einen dauerhaften Abstand zwischen Leitung und Dachhaut, etwa über Kabelkanäle oder eine mineralische Unterlage. Metallische Kanäle werden dabei bevorzugt, weil sie keine zusätzliche Brandlast darstellen.

Wie kommt das Kabel durchs Dach?

Durchs Steildach führt das Solarkabel am saubersten über einen Kabeldurchgangsziegel, der zur vorhandenen Eindeckung passt. Beim Flachdach kommt eine Leitungs-Dachdurchführung zum Einsatz, die in die Abdichtung eingebunden wird. Beide Varianten haben dasselbe Ziel: Die Leitung kommt ins Haus, ohne dass Wasser mitkommt.

Dachziegelhersteller bieten für ihre Modelle eigene Durchgänge an. Bei Braas etwa gibt es Solar- und Kabeldurchgänge, die aus dem gleichen Material wie die Eindeckung gefertigt werden – so fügt sich der Durchgang ins Dachbild ein und die Wasserführung des Ziegels bleibt erhalten. Den passenden Durchgang bekommst du über den Baustoffhandel, wenn du Hersteller und Modell deines Ziegels kennst. Einen Ziegel einfach anzubohren oder die Leitung unter einem angehobenen Ziegel durchzuquetschen, ist dagegen der klassische Weg zu einem feuchten Dachboden.

Beim Flachdach verlangt das BSW-Merkblatt, die Flachdachrichtlinie des Dachdeckerhandwerks und die DIN 18531-1 einzuhalten. Heißt praktisch: Die Durchdringung einer Abdichtung ist Dachdeckerarbeit und gehört in Hände, die die Abdichtung auch gewährleisten.

Die Ausnahme von der Regel: direkt vor der Einführung

Hier steckt ein Detail, das in kaum einem Ratgeber auftaucht. Grundsätzlich gehören Plus und Minus eng zusammen. Direkt vor der Dacheinführung empfiehlt das BSW-Merkblatt aber, die beiden Leiter mit 5 bis 10 cm Abstand getrennt ins Gebäude zu führen. Der Grund: Entsteht ein Lichtbogen zwischen Plus und Minus, soll er sich nicht durch die Einführung ins Gebäude fortsetzen können. Zusätzlich wird eine Brandschottung an der Kabeleinführung empfohlen, damit ein Brand nicht wie an einer Zündschnur entlang der Leitung ins Haus wandert.

Kann man Solarkabel im Leerrohr oder in der Erde verlegen?

Ja – in beiden Fällen gibt es aber Bedingungen. Im Leerrohr geht es um den Schutz vor UV, Nässe und mechanischer Belastung; in der Erde darum, ob das konkrete Kabel dafür freigegeben ist. Die Steckverbinder sind in beiden Fällen der kritische Teil.

Leerrohr und Kabelkanal: Rohre und Kanäle im Außenbereich müssen vom Hersteller für den Außeneinsatz freigegeben sein; Kunststoff muss witterungs-, UV- und ozonbeständig sein. Plane den Durchmesser großzügig: Ein zweites Kabel nachträglich einzuziehen – etwa für eine spätere Erweiterung – ist in einem halb leeren Rohr eine Sache von Minuten, in einem vollen fast unmöglich. Steckverbindungen gehören nicht ins Rohr: Stäubli schließt Stecker in geschlitzten Wellrohren und großen Bündeln aus, weil dort die Wärme nicht abgeführt wird. Die Leitung läuft also am Stück durch das Rohr.

Erdverlegung: Ob ein Solarkabel direkt in die Erde darf, steht im Datenblatt des jeweiligen Kabels – nicht in der Typbezeichnung. Helukabel gibt die SOLARFLEX-X H1Z2Z2-K ausdrücklich für die direkte Erdverlegung frei, schließt aber die dauerhafte Verlegung im Wasser aus. Für Stecker gilt dagegen klar: Stäubli lässt die direkte Installation im Erdreich nicht zu. Wer eine Leitung zu einem Nebengebäude oder einer Anlage im Garten verlegt, plant die Verbindungsstellen deshalb oberirdisch, zum Beispiel in einem geeigneten Gehäuse. Praxisbeispiele für PV auf Nebengebäuden findest du im Ratgeber Solaranlage fürs Gartenhaus.

Kann man ein Solarkabel verlängern?

Ja. Ein Solarkabel wird verlängert, indem man an das Leitungsende einen passenden Steckverbinder crimpt und ein Verlängerungskabel mit dem Gegenstück desselben Herstellers ansteckt. Andere Verbindungsarten – Lüsterklemme, Löten mit Isolierband, Schrumpfschlauch-Improvisationen – sind auf der DC-Seite keine Option. Das BSW-Merkblatt lässt für Steckverbindungen ausschließlich Steckverbinder nach DIN EN 62852 zu.

Worauf es beim Verlängern ankommt:

  • Jede Verbindung ist eine mögliche Fehlerstelle. Erhöhte Übergangswiderstände an einer beschädigten Steckverbindung nennt das Merkblatt als eine Ursache für Lichtbögen. Eine durchgehende Leitung ist deshalb immer besser als eine mit drei Zwischensteckern. Verlängere einmal, dafür richtig.
  • Gleicher Hersteller, gleiche Bauform: Die Regel aus dem Abschnitt oben gilt auch hier. Schau auf den Modulsteckern nach, welches Fabrikat verbaut ist, und kauf das Gegenstück passend.
  • Richtiges Werkzeug: Stäubli lässt nur freigegebene Crimpzangen und Montagewerkzeuge zu und verlangt, dass jeder Stecker nur einmal montiert wird. Ein falsch gecrimpter Kontakt fällt nicht sofort auf – er wird über Jahre warm.
  • Gleicher oder größerer Querschnitt: Die Verlängerung darf nicht dünner sein als die Stringleitung. Bei langen Strecken lohnt die Rechnung im Ratgeber Solarkabel-Querschnitt.
  • Die Verbindungsstelle befestigen: Zugentlastung über die Leitung, nicht über den Stecker. Die in Steckern integrierte Zugentlastung muss laut Merkblatt nach Norm nur mindestens 80 N aufnehmen – alles darüber muss die Befestigung tragen.

Was gilt für DC-Leitungen im Haus?

Führt die Gleichstromleitung durchs Gebäude, verlangt die Anwendungsregel VDE-AR-E 2100-712 Maßnahmen, damit Einsatzkräfte im Brandfall nicht gefährdet werden. Der Hintergrund: Die DC-Seite lässt sich nicht einfach abschalten. Solange Licht auf die Module fällt, steht die Leitung unter Spannung – auch wenn im Haus der Strom abgeschaltet ist.

Die Anwendungsregel ordnet die möglichen Maßnahmen laut einer Zusammenfassung des Schalterherstellers E-T-A in drei Gruppen:

Gruppe Beispiele
Kennzeichnung Hinweisschilder, Übersichtspläne, Anpassung des Feuerwehrplans
Bauliche Maßnahmen DC-Leitungen im Gebäude brandgeschützt verlegen (unter Putz, Brandschutzkanal) oder den gesamten DC-Bereich außerhalb halten – etwa mit einem außen montierten Wechselrichter
Technische Maßnahmen Einrichtungen zum Schalten, Trennen oder Kurzschließen im DC-Bereich, z. B. eine Trenneinrichtung am Strangende oder am Gebäudeeintritt

Das Fachmagazin FeuerTrutz ergänzt die baurechtliche Seite: Die Landesbauordnungen verbieten grundsätzlich, brennbare Leitungen über Brandwände zu führen – das gilt auch für PV-Leitungen, etwa beim Doppel- oder Reihenhaus. In Flucht- und Rettungswegen müssen DC-Leitungen gekapselt verlegt werden, zum Beispiel in klassifizierten Brandschutzkanälen.

Was das für deine Planung bedeutet: Die einfachste Lösung ist oft der Weg außen am Haus bis zum Wechselrichter. Wenn die Leitung innen laufen soll, klärst du mit deiner Elektrofachkraft vorher, welche der Maßnahmen umgesetzt wird – nachträglich eine Leitung aus einem verputzten Schacht zu holen, kostet ein Vielfaches.

Warum spielen 10 Meter Leitungslänge eine Rolle?

Zwischen Überspannungsschutz und dem Gerät, das er schützen soll, darf nicht beliebig viel Leitung liegen. DEHN empfiehlt in seinem Leitfaden zum Schutz von PV-Anlagen, die Schutzgeräte so nah wie möglich am Wechselrichter zu setzen und ein zusätzliches Schutzgerät vorzusehen, wenn zwischen Ableiter und Gerät mehr als 10 m Leitung liegen – auf der AC-Seite ebenso wie auf der DC-Seite zwischen Wechselrichter und Modulen.

Für die Verlegung heißt das: Ein langer DC-Weg vom Dach in den Keller ist kein Problem, muss aber im Schutzkonzept berücksichtigt werden. Welcher Überspannungsschutz wann nötig ist, steht im Ratgeber Überspannungsschutz für die PV-Anlage. Und weil der Potentialausgleich des Montagesystems eng damit zusammenhängt: PV-Erdung und Potentialausgleich.

Was darfst du selbst machen – und was nicht?

Den Leitungsweg vorbereiten kannst du in Eigenleistung: Kabelkanäle und Leerrohre montieren, Durchbrüche und Befestigungspunkte setzen, Leitungen einziehen und fixieren. Der Anschluss ans Hausnetz ist dagegen einer eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten. Dazwischen liegt eine Grauzone, die du kennen solltest.

Die klare Grenze zieht die Niederspannungsanschlussverordnung: Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung dürfen nach § 13 Abs. 2 NAV außer vom Netzbetreiber nur von einem Installationsunternehmen ausgeführt werden, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Das betrifft den Anschluss des Wechselrichters, den Zählerschrank und die Schutzeinrichtungen.

Die Grauzone ist die DC-Verkabelung selbst. Stäubli schreibt in seiner Montageanleitung vor, dass die Steckverbinder nur von einer Elektrofachkraft oder einer elektrotechnisch unterwiesenen Person montiert werden – also von jemandem, der von einer Fachkraft eingewiesen wurde oder unter ihrer Aufsicht arbeitet. Unser ehrlicher Rat: Sprich die Aufteilung vor der Montage mit der Elektrofachkraft ab, die später anschließt. Viele Betriebe übernehmen gern eine sauber vorbereitete Leitungstrasse, wollen die Steckverbindungen aber selbst prüfen oder setzen – schließlich unterschreiben sie am Ende die Inbetriebnahme. Wie die Aufteilung auf der ganzen Baustelle aussieht, zeigt der Ratgeber Photovoltaik selbst montieren.

Und unabhängig davon: Arbeiten auf dem Dach nur mit Gerüst oder Absturzsicherung.

Tipp

Den Anschluss übernimmt in jedem Fall dein Elektriker. Wenn du noch keinen hast, helfen wir dir gerne, einen Fachbetrieb in deiner Region zu finden – Anfrage stellen oder telefonisch unter 089 248813740.

Welche Fehler passieren beim Verlegen am häufigsten?

Die meisten Schäden an der DC-Verkabelung entstehen nicht durch schlechte Bauteile, sondern durch Verlegung. Diese Fehler solltest du kennen:

  1. Leitung liegt auf der Dachhaut. Auf Ziegeln, Blech oder Folie scheuert sie durch Wind und Temperaturbewegung über die Jahre auf.
  2. Stecker in der Wassersenke. Der tiefste Punkt einer durchhängenden Leitung ist genau der, an dem kein Stecker sitzen soll.
  3. Kabelbinder als Tragseil. Nicht UV-beständige Binder werden spröde und reißen – dann hängt die Leitung frei.
  4. Große Leiterschleife. Rückleitung quer übers Dach statt parallel zur Hinleitung.
  5. Stecker verschiedener Hersteller kombiniert. Sieht gleich aus, passt mechanisch – und ist trotzdem nicht zulässig.
  6. Scharfe Kanten. Unentgratete Schienen- oder Kanalenden schneiden sich über die Jahre in die Isolierung.
  7. Biegeradius zu eng. Besonders direkt hinter dem Stecker und an der Modulanschlussdose.
  8. Dachdurchführung improvisiert. Angebohrter Ziegel oder Leitung unter angehobener Pfanne statt passendem Durchgang.

Nach der Montage: regelmäßig hinschauen

Das BSW-Merkblatt empfiehlt dem Betreiber eine monatliche Sichtkontrolle auf offensichtliche Mängel – herunterhängende Leitungen, lose Modulklemmen – allerdings nur von zugelassenen, sicheren Wegen aus. Die elektrischen Messungen und Prüfungen soll eine Fachkraft regelmäßig, spätestens nach vier Jahren wiederholen. Wer sein Dach ohnehin im Blick hat, etwa beim Reinigen der PV-Anlage, sieht durchhängende Leitungen früh.

Wer baut das ein?

Wir sind ein Online-Fachhandel: Wir liefern die Hardware, montieren aber nicht selbst.

Leerrohre, Kabelkanäle und die Vorbereitung der Leitungstrasse kann ein versierter Heimwerker übernehmen – der Anschluss ans Hausnetz und die Inbetriebnahme gehören in jedem Fall in die Hand einer eingetragenen Elektrofachkraft. Wenn du dein Projekt lieber ganz abgeben möchtest: Melde dich, wir helfen dir gerne dabei, einen passenden Betrieb in deiner Region zu finden.

Das ist Hilfe beim Finden – keine Vermittlungsgarantie, keine Planungsleistung und keine Zusage zu Preisen oder Terminen.

Welche Komponenten brauchst du für die Anlage?

Die Verkabelung beginnt mit einer Planung, die zur Anlage passt – und die hängt an Modulen und Wechselrichter. Unsere PV-Komplettpakete kombinieren Module, Hybrid-Wechselrichter und je nach Set einen Speicher; die günstigsten Sets ohne Speicher beginnen bei 1.879 € (5,52 kWp mit Viessmann-Modulen und Sungrow SH5.0RT, Stand 09/2026, Änderungen vorbehalten). Für größere Dächer gibt es eigene Kategorien mit 10-kWp-Komplettsets, 16-kWp-Komplettsets und 20-kWp-Komplettsets. Wichtig für die Kabelplanung: In den Lieferumfängen der Sets sind Module und Wechselrichter aufgeführt, je nach Set auch Speicher und Zähler – Solarkabel nicht. Setz sie deshalb gleich mit auf die Materialliste, sobald der Leitungsweg steht.

Beim Kauf eines Komplettpakets erstellt unser Planungsteam einen Belegungsplan mit Kabelwegen und Stringplanung – ohne Aufpreis. Wie das abläuft, steht auf der Seite Projektierung. Einzelne Solarmodule und Wechselrichter findest du in den jeweiligen Kategorien; bei Fragen zur Auswahl hilft dir unser Support.

Häufige Fragen

Welches Kabel brauche ich für Solarmodule?

Einadrige Solarleitung nach DIN EN 50618, Typ H1Z2Z2-K. Sie ist doppelt isoliert, UV- und ozonbeständig und für 1.500 V Gleichspannung ausgelegt. Den passenden Querschnitt – meist 4 oder 6 mm² – bestimmen Leitungslänge und Stringstrom.

Müssen Plus und Minus getrennt verlegt werden?

Nein, im Gegenteil: Plus- und Minusleitung eines Strings sollen eng nebeneinander laufen, damit die eingeschlossene Fläche klein bleibt und bei Blitzeinschlägen in der Nähe wenig Überspannung einkoppelt. Einzige Ausnahme laut BSW-Merkblatt: direkt vor der Dacheinführung werden die beiden Leiter mit 5 bis 10 cm Abstand getrennt ins Gebäude geführt.

Kann ich Solarkabel selbst verlegen?

Die Trasse vorbereiten, Kanäle und Leerrohre setzen und Leitungen einziehen ist Eigenleistung. Die Steckverbinder sollen laut Stäubli nur von Elektrofachkräften oder elektrotechnisch unterwiesenen Personen montiert werden, und den Anschluss ans Hausnetz macht ausschließlich eine eingetragene Elektrofachkraft (§ 13 NAV). Stimm die Aufteilung vorher mit ihr ab.

Wie verlängere ich ein Solarkabel?

Mit einem fachgerecht gecrimpten Steckverbinder am Leitungsende und einer Verlängerung mit dem Gegenstück desselben Herstellers, mindestens im gleichen Querschnitt. Lüsterklemmen oder Löten sind keine Option. Jede zusätzliche Verbindung ist eine mögliche Fehlerstelle – deshalb möglichst am Stück verlegen.

Darf Solarkabel in die Erde?

Das hängt vom konkreten Kabel ab. Manche Hersteller geben ihre H1Z2Z2-K-Leitung ausdrücklich für die direkte Erdverlegung frei, schließen aber die dauerhafte Lage im Wasser aus – maßgeblich ist das Datenblatt. Steckverbinder dürfen laut Stäubli nicht direkt im Erdreich liegen.

Wie werden Solarkabel am Dach befestigt?

Mit UV-beständigen Clips, Schellen oder Kabelführungen am Montagesystem. Kabelbinder nur zum Fixieren, nicht zum Tragen. Ohne Herstellerangabe gelten für Leitungen unter 9 mm Durchmesser höchstens 250 mm Befestigungsabstand waagerecht und 400 mm senkrecht. Die Leitung liegt nie auf der Dachhaut.

Wie führe ich Solarkabel durchs Dach?

Beim Ziegeldach über einen Kabeldurchgangsziegel, den die Ziegelhersteller passend zu ihren Modellen anbieten. Beim Flachdach über eine Leitungs-Dachdurchführung, die fachgerecht in die Abdichtung eingebunden wird. An der Einführung wird eine Brandschottung empfohlen.

Dürfen DC-Leitungen durchs Haus laufen?

Ja, aber nicht ungeschützt. Die Anwendungsregel VDE-AR-E 2100-712 verlangt Maßnahmen wie Kennzeichnung, brandgeschützte Verlegung, einen außen montierten Wechselrichter oder eine Trenneinrichtung. Über Brandwände dürfen PV-Leitungen nach den Landesbauordnungen grundsätzlich nicht geführt werden.

Stand September 2026. Technische Angaben nach den Datenblättern von Helukabel und Lapp, der Montageanleitung MA273 von Stäubli, dem Merkblatt „Lichtbogenrisiken an PV-Anlagen reduzieren" (BSW-Solar, DGS, Fraunhofer ISE, GDV, TÜV Rheinland, ZVEH) sowie dem DEHN-Leitfaden „Photovoltaik-Systeme schützen". Maßgeblich sind stets die Datenblätter und Montageanleitungen der konkret verbauten Komponenten und die jeweils gültigen Normen. Keine Rechtsberatung und keine Planung im Einzelfall. Arbeiten auf dem Dach nur mit Absturzsicherung; der Anschluss ans Netz ist einer eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten. Preise Stand 09/2026, Änderungen vorbehalten.

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