Ein normaler Carport schützt dein Auto vor Regen und Schnee. Ein Solar-Carport macht daraus zusätzlich ein kleines Kraftwerk: Das Dach besteht aus Solarmodulen, die Strom erzeugen, während dein Auto darunter steht. Gerade wenn ein E-Auto tagsüber zu Hause parkt, ist das eine der cleversten Kombinationen überhaupt.
Aber lohnt sich der Aufwand gegenüber einer normalen Dachanlage? Dieser Ratgeber zeigt dir Kosten, Ertrag, Genehmigung und worauf du beim Kauf achten solltest.
Das Wichtigste zuerst
- Ein Solar-Carport kostet 2026 je nach Größe rund 8.000–22.000 € – Einzelstellplatz (ca. 3 kWp) ab etwa 8.000 €, Doppelcarport (5–6 kWp) 14.000–22.000 €.
- Pro installiertem kWp liefert er rund 920 kWh Strom im Jahr im Durchschnitt, unter günstigen Bedingungen bis rund 1.080 kWh (Fraunhofer ISE); ein 5-kWp-Carport also grob 4.600–5.400 kWh.
- Ob eine Baugenehmigung nötig ist, hängt vom Bundesland ab – oft ab 30 m² Fläche, bei fester Verankerung oder geringem Grenzabstand.
- Für die PV-Anlage bis 30 kWp gilt 0 % MwSt. auf Module und Montage – die tragende Carport-Konstruktion selbst kostet aber 19 %.
Du planst eine komplette Anlage? Beim Kauf eines unserer PV-Komplettpakete ist die Planung inklusive – mit Kabelwegen und Stringplanung (so läuft die Planung ab). Fragen vorab? Dann kostenlos beraten lassen.
Was ist ein Solar-Carport?
Ein Solar-Carport ist ein Unterstand für Fahrzeuge, dessen Dach aus Photovoltaik-Modulen besteht. Statt eines herkömmlichen Dachs erzeugt die Fläche Strom – und schützt gleichzeitig das Auto. Technisch funktioniert er wie jede andere PV-Anlage: Module, Wechselrichter, optional ein Speicher, Anschluss ans Hausnetz. Der Unterschied liegt nur im Unterbau.
Lohnt sich ein Solar-Carport?
Ein Solar-Carport lohnt sich vor allem dann, wenn du den erzeugten Strom selbst nutzt – im Haushalt und besonders fürs E-Auto. Weil das Fahrzeug tagsüber genau dann unter dem Dach steht, wenn die Module produzieren, lässt es sich direkt mit Sonnenstrom laden. Weil ein Carport pro kWp deutlich mehr kostet als eine Anlage auf dem Hausdach, dauert die Amortisation länger. Mit den Werten aus diesem Ratgeber (Doppelcarport mit 5–6 kWp für 14.000–22.000 €, rund 4.600–5.500 kWh im Jahr) und einem hohen Eigenverbrauch von rund 70 % durch Direktladung ergibt sich bei rund 30 ct/kWh Strompreis und 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung eine Ersparnis von rund 1.070–1.290 € pro Jahr. Das entspricht grob 11 bis 21 Jahren Amortisation – bei einer Lebensdauer der Module von 25 Jahren und mehr. Deutlich kürzer wird die Rechnung, wenn ohnehin ein Carport gebaut werden soll und du nur die Mehrkosten gegenüber einem normalen Carport ansetzt.
Der zweite große Vorteil: Du brauchst kein geeignetes Hausdach. Wer ein verschattetes, verwinkeltes oder denkmalgeschütztes Dach hat, bekommt mit dem Carport trotzdem eine gut ausgerichtete Solarfläche. Ob sich Photovoltaik für dich generell rechnet, klärt der Ratgeber Lohnt sich Photovoltaik 2026.
Der Carport ist dabei nur eine von mehreren Nebenflächen am Haus, und die Logik ist überall dieselbe: Es rechnet sich am besten, wenn das Bauteil ohnehin gebaut werden soll. Wer die Fläche nicht überdachen, sondern bewohnen will, landet bei der Solar-Terrassenüberdachung – gleiche Technik, aber semitransparente Module statt opaker. Reicht die Grundstücksgrenze weiter als jedes Dach, kommt ein Solarzaun infrage, und für die senkrechte Wand gibt es Photovoltaik an der Fassade.
Was kostet ein Solar-Carport?
Die Preise hängen vor allem von Größe und Ausführung ab:
| Ausführung | Leistung | Kosten (inkl. Module) |
|---|---|---|
| Einzelstellplatz | ca. 3 kWp | ca. 8.000–13.000 € |
| Doppelcarport | ca. 5–6 kWp | ca. 14.000–22.000 € |
Kleine Carports sind pro kWp teurer, weil sich fixe Kosten für Statik und Anschluss auf wenig Leistung verteilen. Eine detaillierte Kostenaufstellung für PV allgemein findest du unter Was kostet eine Solaranlage.
Was kostet ein PV-Carport mit Speicher und Ladestation?
Zu den Carport-Preisen aus der Tabelle oben kommen Speicher und Ladestation hinzu. Bei uns kostet ein Speicher-Komplettset von Fox ESS aus Hybridwechselrichter und Batterie ab 3.990 € mit 6,4 kWh und ab 4.990 € mit 9,6 kWh, eine ABL-Wallbox mit 11 kW kostet 299 €. Mehrwertsteuerfrei ist dabei nur der Photovoltaik-Teil – darauf solltest du beim Vergleich von Angeboten achten.
- Speicher: Für einen Speicher, der Strom aus einer begünstigten PV-Anlage speichert, gilt der Nullsteuersatz; ab 5 kWh nutzbarer Kapazität geht die Finanzverwaltung vereinfacht davon aus. Die Set-Preise oben sind deshalb Endpreise für Privatkunden. Kläre vor dem Kauf, ob das Carport-Angebot schon einen Wechselrichter enthält – das Set bringt einen eigenen Hybridwechselrichter mit.
- Wallbox: Ladeinfrastruktur gehört steuerlich nicht zur PV-Anlage, deshalb fallen 19 % Mehrwertsteuer an; sie sind im Preis von 299 € enthalten. Hinzu kommen Installation und Anschluss durch eine Elektrofachkraft.
- Carport-Gestell: Nach dem BMF-Schreiben vom 30.11.2023 gelten beim Solar-Carport 0 % nur für die Solarmodule mit Halterung, die wesentlichen Komponenten und die dazugehörigen Nebenleistungen. Die tragende Unterkonstruktion, die den Carport selbst ausmacht, wird mit 19 % besteuert. Lass dir beide Teile im Angebot getrennt ausweisen.
- Anmeldung beim Netzbetreiber: Eine Wallbox mit mehr als 4,2 kW – also auch eine 11-kW-Wallbox – ist seit 2024 eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Dein Elektroinstallateur meldet sie beim Netzbetreiber an; im Gegenzug sinkt dein Netzentgelt. Dasselbe gilt für einen Speicher über 4,2 kW, der Strom aus dem Netz beziehen kann.
Preise Stand 12.10.2026, Änderungen vorbehalten. Keine Steuerberatung.
Tipp
Du bist unsicher, welche Komponenten zu deiner Anlage passen? Unsere Fachberater beraten dich kostenlos – Beratung anfragen oder telefonisch unter 089 248813740.
Wie viel Strom liefert ein Solar-Carport?
Ein Solar-Carport erzeugt in Deutschland pro Jahr rund 920 kWh/kWp im Durchschnitt, unter günstigen Bedingungen bis rund 1.080 kWh/kWp (Fraunhofer ISE) – abhängig von Ausrichtung, Neigung und Standort. Ein 5-kWp-Carport kommt damit auf rund 4.600 bis 5.400 kWh im Jahr. Das reicht für einen großen Teil des Haushaltsstroms und dazu für einige tausend Kilometer E-Auto-Fahrt aus eigener Sonne.
Solar-Carport und E-Auto: die ideale Kombi
Die Rechnung ist einfach: Dein Auto steht tagsüber unter dem Carport – genau dann, wenn die Module am meisten Strom liefern. Statt teuren Netzstrom zu laden, tankst du eigenen Solarstrom. Mit einem Stromspeicher lässt sich der Überschuss zusätzlich für abends und nachts sichern. So machst du dich ein gutes Stück unabhängiger vom Strompreis. Passende Systeme mit Speicher findest du in unseren PV-Komplettpaketen.
Braucht ein Solar-Carport eine Baugenehmigung?
Das kommt aufs Bundesland an – eine pauschale Antwort gibt es nicht. In vielen Fällen ist eine Baugenehmigung nötig, besonders wenn der Carport fest im Boden verankert ist, größer als 30 m² ausfällt oder nah an der Grundstücksgrenze steht. Kläre das vor dem Kauf mit deiner Gemeinde bzw. dem Bauamt. Wie das bei einer Anlage auf einer bestehenden Garage aussieht, beschreibt der Ratgeber zu Statik und Genehmigung beim Garagendach. Die PV-Anlage selbst meldest du wie jede andere im Marktstammdatenregister an – wie das geht, steht unter PV-Anlage anmelden.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Statik & Verankerung: Der Unterbau muss Wind- und Schneelasten sicher tragen – auf geprüfte Statik achten.
- Ausrichtung & Neigung: Süd bringt den höchsten Ertrag, Ost/West verteilt ihn gleichmäßiger über den Tag – gut fürs Direktladen.
- Module: hochwertige Markenmodule mit langer Garantie zahlen sich über die Laufzeit aus – einen Überblick gibt der Ratgeber Solarmodule Test & Vergleich.
- Erweiterbarkeit: Plane Speicher und ggf. Ladepunkt gleich mit ein.
Die passenden Solarmodule bekommst du direkt bei uns.
Steuer & Förderung
Seit 2023 gilt für PV-Anlagen bis 30 kWp der Nullsteuersatz: 0 % MwSt. auf Module und Installation – das spart 19 % gegenüber früher. Beim Solar-Carport gilt das nur für den Photovoltaik-Teil; die tragende Unterkonstruktion des Carports wird mit 19 % besteuert (BMF-Schreiben vom 30.11.2023). Zusätzlich gibt es den zinsgünstigen KfW-Kredit 270, und einzelne Länder und Kommunen fördern PV. Mehr dazu im Ratgeber Photovoltaik-Förderung 2026.
Häufige Fragen
Was kostet ein Solar-Carport mit Speicher?
Zu den Carport-Preisen aus der Tabelle kommt der Speicher hinzu, bei uns etwa ein Speicher-Komplettset von Fox ESS ab 3.990 € (Stand 12.10.2026). Der Speicher erhöht die Investition, steigert aber den Eigenverbrauch und damit die Ersparnis.
Lohnt sich ein Solar-Carport ohne E-Auto?
Auch dann, wenn du den Strom im Haushalt nutzt – der Nutzen ist aber am größten, wenn ein E-Auto direkt mit Sonnenstrom lädt.
Ist ein Solar-Carport genehmigungspflichtig?
Häufig ja, aber es hängt vom Bundesland und der Bauweise ab. Fest verankerte oder große Carports brauchen meist eine Baugenehmigung. Vorab beim Bauamt nachfragen.
Wie viel Fläche brauche ich?
Ein Einzelstellplatz mit rund 3 kWp benötigt etwa 15–18 m² Dachfläche, ein Doppelcarport entsprechend mehr. Die kWp-Leistung richtet sich nach der belegbaren Dachfläche.
Wer baut das ein? Wir sind ein Online-Fachhandel: Wir liefern die Hardware, montieren aber nicht selbst. Netzanschluss und Inbetriebnahme gehören in jedem Fall in die Hand einer Elektrofachkraft, die Statik des Carports in die eines Fachbetriebs. Wenn du dein Projekt lieber ganz abgeben möchtest: Melde dich, wir helfen dir gerne dabei, einen passenden Montagebetrieb in deiner Region zu finden.
Tipp: Ob normale Dachanlage oder Solar-Carport – beim Kauf eines PV-Komplettpakets planen wir dir kostenlos die Lösung, die am meisten aus deiner Fläche und deinem Verbrauch holt. Fordere eine kostenlose Beratung an oder stöbere in unseren Solarmodulen.
Angaben Stand 2026, ohne Gewähr. Kosten, Erträge und Genehmigungsvorgaben sind Richtwerte und je nach Bundesland, Standort und Ausführung unterschiedlich; dies ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.



