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Sole-Wasser- vs. Luft-Wasser-Wärmepumpe: der Vergleich (2026)

Von Deine Solarwelt Aktualisiert am 8. July 2026 5 Min. Lesezeit
Sole-Wasser- vs. Luft-Wasser-Wärmepumpe: der Vergleich (2026)

Beide holen Wärme aus der Umwelt – die eine aus der Luft, die andere aus dem Erdreich. Klingt nach einem Detail, macht aber den Unterschied bei Effizienz, Kosten und Aufwand. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) ist die sparsamere, aber teurere Lösung; die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist günstiger und schneller installiert.

Welche Variante für dein Haus die richtige ist, hängt vor allem von Budget, Grundstück und Wärmebedarf ab. Dieser Vergleich zeigt dir die Unterschiede – ehrlich, mit Zahlen und ohne Marketinggerede.

Das Wichtigste zuerst

  • Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichen eine JAZ von rund 4,0–5,0, Luft-Wasser-Wärmepumpen etwa 2,5–3,5 – Erdwärme ist also spürbar effizienter.
  • Dafür ist sie deutlich teurer: rund 20.000–45.000 € inklusive Erdarbeiten gegenüber 12.000–18.000 € bei der Luft-Wärmepumpe.
  • Erdsonden sind genehmigungspflichtig (untere Wasserbehörde) und in dicht bebauten Gebieten oft nicht erlaubt; die Luft-Wärmepumpe braucht keine Genehmigung.
  • Beide werden 2026 über die KfW mit bis zu 70 % gefördert – vorausgesetzt, die Mindest-JAZ wird erfüllt.

Wie funktioniert eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Wärme aus dem Erdreich. In der Erde zirkuliert eine frostsichere Flüssigkeit (die „Sole"), die die konstante Bodenwärme aufnimmt und zur Wärmepumpe transportiert. Der große Vorteil: Das Erdreich hat ab wenigen Metern Tiefe das ganze Jahr über rund 8–12 °C – auch im tiefsten Winter. Dadurch arbeitet die Anlage sehr gleichmäßig und effizient.

Für die Erdwärme gibt es zwei Wege: Erdsonden (senkrechte Bohrungen, oft zwei Stück à 70–100 m Tiefe) oder Flächenkollektoren (waagerecht knapp unter der Rasenfläche verlegt, brauchen viel Garten). Beides bedeutet Erdarbeiten – und die treiben den Preis.

Wie funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht die Wärme der Außenluft. Sie besteht aus einer Außeneinheit mit Ventilator und braucht weder Bohrung noch Garten. Das macht sie günstig und flexibel – sie ist die mit Abstand häufigste Wärmepumpe in Deutschland. Der Nachteil: Je kälter die Luft, desto mehr muss die Anlage arbeiten, deshalb sinkt die Effizienz an sehr kalten Tagen. Über das Jahr gerechnet bleibt sie trotzdem sparsam.

Sole-Wasser vs. Luft-Wasser: der direkte Vergleich

Kriterium Sole-Wasser (Erdwärme) Luft-Wasser
JAZ (Effizienz) ca. 4,0–5,0 ca. 2,5–3,5
Kosten inkl. Einbau ca. 20.000–45.000 € ca. 12.000–18.000 €
Erdarbeiten nötig ja (Bohrung/Kollektor) nein
Genehmigung ja (Wasserbehörde) nein
Platzbedarf Bohrung oder große Gartenfläche Stellfläche außen
Geräusch praktisch lautlos Ventilator-Geräusch außen

Effizienz: welche Wärmepumpe ist sparsamer?

Klarer Punkt für die Erdwärme. Weil ihre Wärmequelle das ganze Jahr über gleich temperiert ist, erreicht die Sole-Wasser-Wärmepumpe JAZ-Werte von 4,0 bis 5,0 – aus einer Kilowattstunde Strom werden also 4 bis 5 Kilowattstunden Wärme. Die Luft-Wärmepumpe liegt mit 2,5 bis 3,5 darunter, weil die Außenluft im Winter kalt ist. Über 20 Jahre summiert sich dieser Unterschied bei den Stromkosten spürbar. Wer den Strom für die Wärmepumpe selbst mit Solarmodulen und einem passenden Wechselrichter erzeugt und Überschüsse in einem Heimspeicher zwischenspeichert, drückt die laufenden Kosten weiter. Was die JAZ genau bedeutet, liest du im Ratgeber JAZ Wärmepumpe.

Kosten im Vergleich

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Einbau meist 12.000 bis 18.000 €. Bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe kommen zum Gerät (rund 10.000–18.000 €) noch die Erdarbeiten (etwa 8.000–25.000 €) hinzu – pro Sonde fallen je nach Untergrund 1.500 bis 3.000 € an, dazu geologische Gutachten. Unterm Strich landet die Erdwärme bei 20.000 bis 45.000 €. Die höhere Effizienz holt einen Teil davon über die Jahre wieder rein, den vollen Aufpreis aber selten. Besonders wirtschaftlich wird die Wärmepumpe im Verbund mit Photovoltaik – etwa als All-in-one-Komplettset aus Wärmepumpe und PV oder als PV-Komplettpaket mit Speicher. Details zu allen Posten findest du unter Wärmepumpe Kosten 2026.

Genehmigung & Platzbedarf

Hier liegt der praktische Knackpunkt. Erdsonden sind genehmigungspflichtig – erster Ansprechpartner ist die untere Wasserbehörde, teils greift zusätzlich das Bergrecht. In dicht bebauten Gebieten oder Wasserschutzzonen werden Bohrungen oft abgelehnt. Flächenkollektoren brauchen viel unversiegelten Garten. Die Luft-Wärmepumpe braucht dagegen keine Genehmigung – nur einen guten Standort für die Außeneinheit, damit das Ventilator-Geräusch die Nachbarn nicht stört.

Förderung 2026

Beide Systeme werden über die KfW-Heizungsförderung (458) mit bis zu 70 % Zuschuss gefördert. Voraussetzung ist unter anderem eine Mindest-Jahresarbeitszahl – häufig ≥ 3,5 für Luft- und ≥ 4,0 für Sole-Wärmepumpen. Wie sich die Förderung zusammensetzt, steht im Ratgeber Wärmepumpe Förderung 2026.

Welche Wärmepumpe passt zu dir?

  • Luft-Wasser ist die richtige Wahl für die meisten Bestandsgebäude, bei begrenztem Budget und wenn es schnell gehen soll – kein Genehmigungsaufwand, keine Erdarbeiten.
  • Sole-Wasser lohnt sich vor allem im Neubau oder bei hoher Heizlast, wenn Platz für Bohrung oder Kollektor da ist und du langfristig die höchste Effizienz willst.

Einen Überblick über alle Bauarten gibt der Ratgeber Wärmepumpen-Arten im Vergleich. Ob im Altbau die Luft-Wärmepumpe reicht, klären wir dort ebenfalls.

Häufige Fragen

Was ist besser: Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe?

„Besser" hängt vom Ziel ab. Sole-Wasser ist effizienter und leiser, aber deutlich teurer und genehmigungspflichtig. Luft-Wasser ist günstiger, flexibler und für die meisten Häuser die praktischere Wahl.

Was kostet eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Inklusive Erdarbeiten und Installation meist 20.000 bis 45.000 €. Der große Kostenblock sind die Bohrungen bzw. Kollektoren.

Wie tief muss für eine Erdsonde gebohrt werden?

Erdsonden reichen typischerweise 70 bis 100 Meter tief; oft werden mehrere Sonden gesetzt. Die genaue Tiefe hängt von Heizlast und Untergrund ab.

Braucht man für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe einen großen Garten?

Nur für Flächenkollektoren. Erdsonden brauchen kaum Fläche, dafür aber eine Bohrgenehmigung. In beengten Lagen ist deshalb oft die Luft-Wärmepumpe die einzige Option.

Tipp: Ob sich der Aufpreis für Erdwärme in deinem Fall rechnet, hängt von Heizlast, Grundstück und Bohrkosten ab. Unsere Fachberater rechnen dir beide Varianten durch – fordere eine kostenlose Beratung an oder sieh dir unsere Wärmepumpen an.

Angaben Stand 2026, ohne Gewähr. JAZ-Werte, Kosten und Genehmigungsvorgaben sind Richtwerte und je nach Bundesland, Untergrund und Gebäude unterschiedlich; dies ist keine Energie- oder Rechtsberatung.

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