Ratgeber · Photovoltaik

Solarthermie oder Photovoltaik? Der Vergleich 2026

Von Deine Solarwelt Aktualisiert am 24. August 2026 4 Min. Lesezeit
Solarthermie oder Photovoltaik? Der Vergleich 2026

Beide sitzen auf dem Dach und nutzen die Sonne – aber sie tun völlig Unterschiedliches: Solarthermie erzeugt Wärme für Warmwasser und Heizung, Photovoltaik erzeugt Strom. Wer neu plant, steht deshalb oft vor der Frage: Welche Technik holt aus meiner Dachfläche mehr heraus?

Dieser Ratgeber vergleicht beide ehrlich – Wirkungsgrad, Flächenbedarf, Wirtschaftlichkeit – und zeigt, warum die Photovoltaik heute für die meisten Haushalte die flexiblere und wirtschaftlichere Wahl ist.

Kurz gesagt

  • Solarthermie = Wärme: nur für Warmwasser und Heizungsunterstützung, sehr hoher Kollektor-Wirkungsgrad, aber nur eine Nutzung.
  • Photovoltaik = Strom: universell einsetzbar – für Haushalt, Wärmepumpe, E-Auto und über Heizstab/Wärmepumpe auch fürs Warmwasser.
  • Wirtschaftlichkeit: Eine PV-Anlage spart im Jahr meist mehr (rund 800–1.200 €) als eine Solarthermieanlage (ca. 200–400 €).
  • Fläche: Solarthermie fürs Warmwasser braucht nur 4–5 m² – nutzt die Fläche aber nur für Wärme.
  • Steuer: Auf PV-Anlagen gilt der Nullsteuersatz (0 % MwSt.), auf Solarthermie nicht.
  • Empfehlung: für die meisten Häuser Photovoltaik – flexibler, wirtschaftlicher, zukunftssicher.

Der grundlegende Unterschied: Strom oder Wärme

Eine Solarthermieanlage fängt mit Kollektoren die Wärme der Sonne ein und überträgt sie über eine Flüssigkeit an einen Warmwasserspeicher. Sie liefert also ausschließlich Wärme – für Dusche, Bad und optional zur Heizungsunterstützung. Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht in Strom um, den du im ganzen Haus nutzen kannst: für Haushaltsgeräte, Wärmepumpe, E-Auto – und mit einem Heizstab oder einer Wärmepumpe eben auch für Warmwasser.

Wirkungsgrad und Fläche

Auf den ersten Blick wirkt Solarthermie überlegen: Ein Kollektor erreicht einen deutlich höheren Wirkungsgrad als ein PV-Modul. Der Vergleich hinkt aber, weil beide etwas Verschiedenes produzieren.

Photovoltaik Solarthermie
Produkt Strom (universell) Wärme (nur Warmwasser/Heizung)
Wirkungsgrad bis ~24 % Kollektor hoch, System ca. 30–35 %
Fläche Warmwasser über Strom flexibel ca. 4–5 m²
Nutzung im Sommerüberschuss weiter nutzbar (Speicher, E-Auto) oft Überschuss ohne Nutzen

Der entscheidende Punkt: Solarthermie hat im Sommer häufig Überschuss, den niemand braucht (das Warmwasser ist längst heiß). PV-Strom lässt sich dagegen jederzeit anderweitig verwenden oder speichern.

Wirtschaftlichkeit im Vergleich

Beim Geld zeigt sich der Unterschied am deutlichsten: Eine Solarthermieanlage fürs Warmwasser spart je nach Größe grob 200–400 € im Jahr. Eine vergleichbare Photovoltaikanlage bringt über Eigenverbrauch und Einspeisung meist 800–1.200 € im Jahr – also pro Quadratmeter Dach deutlich mehr. Dazu kommt der Nullsteuersatz auf PV. Wie sich Photovoltaik rechnet, zeigt der Ratgeber Lohnt sich Photovoltaik?.

Warmwasser auch mit Photovoltaik

Der klassische Vorteil der Solarthermie – das Warmwasser – lässt sich heute auch mit PV abdecken, und zwar flexibler. Zwei Wege führen zum Ziel:

  • ein Photovoltaik-Heizstab, der überschüssigen Solarstrom direkt in Warmwasser wandelt (günstig, einfach),
  • eine Wärmepumpe (oder Brauchwasser-Wärmepumpe), die mit Solarstrom besonders effizient heizt.

Welche Lösung passt, erklärt der Ratgeber Warmwasser mit Photovoltaik. So deckt eine PV-Anlage den Strombedarf und das Warmwasser – mit einer einzigen Technik.

Für wen passt was?

Solarthermie kann sinnvoll sein, wenn es ausschließlich um Warmwasser und Heizungsunterstützung geht, viel warmes Wasser gebraucht wird und die Dachfläche knapp ist. Photovoltaik ist für die große Mehrheit die bessere Wahl: Sie ist universell nutzbar, wirtschaftlicher, steuerlich begünstigt und lässt sich mit Speicher, Wärmepumpe und Wallbox zum Gesamtsystem ausbauen. Deshalb setzen wir konsequent auf PV – die passenden Module findest du in unserer Solarmodul-Kollektion, komplette Anlagen als PV-Komplettpaket mit Speicher.

Häufige Fragen

Was ist besser – Solarthermie oder Photovoltaik?

Für die meisten Häuser Photovoltaik, weil sie universell einsetzbar und wirtschaftlicher ist. Solarthermie lohnt sich vor allem, wenn es ausschließlich um Warmwasser geht.

Kann Photovoltaik Warmwasser machen?

Ja – über einen Heizstab, der überschüssigen Solarstrom in Warmwasser wandelt, oder über eine (Brauchwasser-)Wärmepumpe, die mit Solarstrom besonders effizient arbeitet.

Wie viel spart Solarthermie im Vergleich zu PV?

Solarthermie spart je nach Größe rund 200–400 € im Jahr, eine vergleichbare PV-Anlage meist 800–1.200 € – pro Quadratmeter Dach also deutlich mehr.

Lohnt sich Solarthermie 2026 noch?

In Sonderfällen mit hohem Warmwasserbedarf ja. Für die meisten Haushalte ist die Kombination aus Photovoltaik und Heizstab oder Wärmepumpe aber flexibler und wirtschaftlicher.

Fazit

Solarthermie ist bei der reinen Warmwasserbereitung effizient, bleibt aber auf diese eine Nutzung beschränkt. Photovoltaik erzeugt Strom für alles – inklusive Warmwasser über Heizstab oder Wärmepumpe –, ist wirtschaftlicher und steuerlich begünstigt. Für die meisten Häuser ist PV daher die zukunftssichere Wahl. Passende Module und Komplettpakete findest du in unserer Solarmodul-Kollektion.

Stand: August 2026. Wirkungsgrad-, Ertrags- und Einsparangaben sind Richtwerte je nach Anlage, Dach und Verbrauch. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Fachplanung im Einzelfall.

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