Beim reinen Ertrag ist die Südausrichtung ungeschlagen. Trotzdem ist sie 2026 nicht immer die wirtschaftlichste Wahl – denn seit die Einspeisevergütung so niedrig ist, zählt vor allem, wie viel Solarstrom du selbst nutzt. Und da hat die Ost-West-Ausrichtung oft die Nase vorn.
Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Ausrichtung und welcher Neigungswinkel wie viel bringen – und warum die „beste" Ausrichtung von deinem Verbrauch abhängt, nicht nur vom Ertrag.
Das Wichtigste zuerst
- Optimal für den maximalen Ertrag: Südausrichtung mit 30–35° Dachneigung.
- Eine Ost-West-Anlage liefert ca. 80–90 % des Süd-Ertrags, dafür einen deutlich höheren Eigenverbrauch.
- Weil selbst genutzter Strom rund 4-mal so viel wert ist wie eingespeister, ist Ost-West 2026 oft sogar wirtschaftlicher als Süd.
- Nordausrichtung lohnt sich in der Regel nicht.
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Welche Ausrichtung ist für Photovoltaik optimal?
Für den höchsten Jahresertrag ist die Südausrichtung (Azimut 0°) mit einem Neigungswinkel von 30 bis 35 Grad das Optimum – hier setzen wir 100 % an. Eine Süd-Anlage produziert die meiste Energie, allerdings gebündelt um die Mittagszeit. Ob das auch das wirtschaftliche Optimum ist, hängt davon ab, wann du deinen Strom brauchst.
Der optimale Neigungswinkel
In Deutschland liegt der ideale Neigungswinkel zwischen 30 und 35 Grad. Flachere oder steilere Dächer kosten nur wenige Prozent Ertrag – die Ausrichtung nach Himmelsrichtung wirkt stärker als kleine Abweichungen beim Winkel. Ein sehr flaches Dach (10–15°) bringt Süd-Anlagen leichte Einbußen, Ost-West-Anlagen dagegen sogar Vorteile. Eine etwas steilere Neigung hilft übrigens im Winter beim flachen Sonnenstand und beim Abrutschen von Schnee – mehr dazu unter Photovoltaik im Winter.
Welcher Neigungswinkel ist im Sommer und im Winter am besten?
Im Sommer steht die Mittagssonne hoch, deshalb wären flache Module um 25 bis 30 Grad ideal. Im Winter steht sie tief, dann wären steile Module um 70 bis 77 Grad besser. Weil fest montierte Module nicht mitwandern, sind die 30 bis 35 Grad ein Kompromiss, der über das ganze Jahr den höchsten Gesamtertrag bringt.
Du kannst die Werte für deinen Wohnort selbst nachrechnen. Die Sonnenhöhe am Mittag ist 90 Grad minus Breitengrad – plus 23,4 Grad zur Sommersonnenwende im Juni, minus 23,4 Grad zur Wintersonnenwende im Dezember. Am meisten Licht fängt ein Modul, wenn die Sonne senkrecht auftrifft; sein Neigungswinkel ist dann 90 Grad minus Sonnenhöhe.
- München (rund 48° Nord): Mittagssonne im Juni etwa 65°, im Dezember etwa 18°. Idealer Winkel: rund 25° im Sommer, gut 70° im Winter.
- Hamburg (rund 53,5° Nord): Mittagssonne im Juni etwa 60°, im Dezember etwa 13°. Idealer Winkel: rund 30° im Sommer, rund 77° im Winter.
Die Rechnung gilt nur für die Mittagsstunde an diesen beiden Tagen. An bewölkten Tagen fällt das Licht diffus vom ganzen Himmel ein; dann zählt vor allem, dass die Module zum hellen Himmel geneigt sind. Ganz flach sollten sie trotzdem nicht liegen: Unter etwa 7 bis 10 Grad Neigung spült Regen den Schmutz kaum noch ab, und der Ertrag sinkt.
Süd vs. Ost-West: Ertrag und Eigenverbrauch
| Ausrichtung | Jahresertrag (rel.) | Eigenverbrauch |
|---|---|---|
| Süd | 100 % | Ertrag gebündelt mittags |
| Ost-West | ca. 80–90 % | 10–15 Prozentpunkte höher |
| Ost oder West einzeln | ca. 80 % | morgens bzw. abends |
| Nord | deutlich niedriger | nicht empfohlen |
Eine Ost-West-Anlage verteilt den Ertrag über den ganzen Tag – morgens Osten, abends Westen. Genau dann verbraucht ein normaler Haushalt seinen Strom. Deshalb liegt die Eigenverbrauchsquote 10 bis 15 Prozentpunkte höher als bei Süd.
Tipp
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Warum Ost-West 2026 oft die bessere Wahl ist
Die Rechnung ist einfach: Selbst genutzter Solarstrom ersetzt Netzstrom für rund 31 ct/kWh, eingespeister bringt nur etwa 7,70 ct/kWh – also nur rund ein Viertel davon. Der etwas geringere Jahresertrag einer Ost-West-Anlage wird durch den höheren Eigenverbrauch meist mehr als ausgeglichen. Wer den Eigenverbrauch weiter steigern will, kombiniert die Anlage mit einem Heimspeicher. Dazu kommt: Auf ein Ost-West-Dach passen oft mehr Module. Wie stark der Eigenverbrauch zählt, zeigt der Ratgeber Autarkiegrad.
Für welche Dächer eignet sich eine Ost-West-Anlage?
Vor allem für Satteldächer, deren First ungefähr von Norden nach Süden verläuft, und für Flachdächer. Die Verbraucherzentrale nennt als sinnvollen Bereich Dachneigungen von etwa 10 bis 30 Grad; bei steilen Dächern rät sie von Ost-West ab. Auf dem Flachdach kannst du dagegen frei zwischen Süd- und Ost-West-Aufständerung wählen.
Ob Ost-West oder Süd für dich besser passt, entscheiden vor allem vier Punkte:
- Dachform: Eine große Südseite mit 30 bis 35 Grad ist ertraglich kaum zu schlagen. Zeigen die Dachhälften nach Osten und Westen, ist Ost-West die naheliegende Lösung, weil sich beide Seiten belegen lassen.
- Verbrauchsprofil: Wer morgens und am späten Nachmittag viel Strom braucht, nutzt den Ost-West-Ertrag direkter. Wer tagsüber zu Hause ist oder mittags Verbraucher laufen lassen kann, kommt auch mit der Mittagsspitze einer Süd-Anlage gut zurecht.
- Einspeisemodell: Speist du den gesamten Strom ein (Volleinspeisung), zählt nur die Jahresmenge – das spricht für Süd. Nutzt du den Strom überwiegend selbst, zählt zusätzlich, wann er erzeugt wird.
- Wechselrichter: Weil Ost- und Westfeld nie gleichzeitig ihre volle Leistung liefern, darf der Wechselrichter etwas kleiner ausfallen als die Modulleistung. Die Verbraucherzentrale nennt rund 90 Prozent als Richtwert, bei zweimal 5 kW Modulleistung also etwa 9 kW. Beide Felder müssen trotzdem getrennt geregelt werden.
Wie viel Ertrag bringt eine Südwest- oder Südost-Ausrichtung?
Nur wenig weniger als eine reine Südausrichtung. Laut Verbraucherzentrale erreichen Dachflächen, die grob zwischen Südost und Südwest liegen und 15 bis 60 Grad geneigt sind, Erträge von über 90 Prozent des Idealertrags. Südwest- und Südost-Dächer gehören damit zu den gut geeigneten Flächen und sollten bei der Planung nicht vorschnell ausgeschlossen werden.
Der Unterschied liegt vor allem im Tagesverlauf: Ein Südost-Dach erreicht seine höchste Leistung vor dem Mittag, ein Südwest-Dach danach. Wer am Nachmittag und frühen Abend viel verbraucht, hat mit Südwest einen kleinen Vorteil beim Eigenverbrauch. Belegst du zwei unterschiedlich ausgerichtete Flächen, gehören sie in getrennte Modulstränge – entweder an zwei Wechselrichter oder an einen Wechselrichter mit zwei MPP-Trackern.
Andere Ausrichtungen und Verschattung
Eine reine Ost- oder Westanlage liefert etwa 80 % des Süd-Ertrags – gut für alle, die vor allem morgens oder abends viel Strom brauchen. Von einer Nordausrichtung ist abzuraten, sie lohnt sich nur in Ausnahmefällen. Wichtiger als die letzte Optimierung des Winkels ist es, Verschattung zu vermeiden: Schon ein einzelner Schatten von Baum, Schornstein oder Nachbargebäude kann den Ertrag eines ganzen Strings drücken. Gegen Teilverschattung helfen Leistungsoptimierer an den betroffenen Modulen. Wie du Ertrag trotz Verschattung sicherst, zeigt der passende Ratgeber.
Interessant wird es, wenn die Fläche den Winkel vorgibt statt umgekehrt. Eine Solar-Terrassenüberdachung liegt meist bei nur 5 bis 15 Grad – ertraglich nicht optimal, dafür ersetzt sie ein Bauteil, das ohnehin gebaut werden soll. Der Extremfall ist der Solarzaun mit 90 Grad: Senkrecht montierte Module liefern übers Jahr weniger als ein Süddach, ihr Doppelpeak am Morgen und am Abend trifft den Haushaltsverbrauch aber besser – und im Winter steht die flache Sonne fast im rechten Winkel zur Fläche. Welche Ausrichtungen auf einem begrünten Flachdach üblich sind, zeigt der Ratgeber zur PV auf dem Gründach.
Technik: Ost-West braucht zwei MPP-Tracker
Bei einer Ost-West-Anlage sollte der Wechselrichter mindestens zwei MPP-Tracker haben – je einen String pro Dachseite. Sonst drohen 5 bis 15 % Ertragsverluste, weil die beiden Seiten zu unterschiedlichen Zeiten Strom liefern. Passende Geräte findest du bei den Wechselrichtern.
Häufige Fragen
Welche Ausrichtung ist für eine Solaranlage am besten?
Für den maximalen Ertrag Süd mit 30–35° Neigung. Für maximale Wirtschaftlichkeit über den Eigenverbrauch ist Ost-West 2026 oft die bessere Wahl.
Wie viel weniger Ertrag bringt Ost-West gegenüber Süd?
Rund 10–20 % weniger Jahresertrag, dafür eine deutlich höhere Eigenverbrauchsquote, die den Unterschied meist ausgleicht.
Was ist der optimale Neigungswinkel?
In Deutschland 30 bis 35 Grad. Abweichungen kosten nur wenige Prozent Ertrag.
Lohnt sich eine Nordausrichtung?
In der Regel nicht. Der Ertrag ist deutlich niedriger; sinnvoll höchstens als Ergänzung auf großen, flach geneigten Dächern.
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Angaben Stand 2026, ohne Gewähr. Erträge und Eigenverbrauchswerte sind Richtwerte und hängen von Standort, Dach und Verbrauch ab.



