Ratgeber · Photovoltaik

Photovoltaik Ausrichtung & Neigung: Süd oder Ost-West? (2026)

Von Deine Solarwelt Aktualisiert am 10. July 2026 4 Min. Lesezeit
Photovoltaik Ausrichtung & Neigung: Süd oder Ost-West? (2026)

Beim reinen Ertrag ist die Südausrichtung ungeschlagen. Trotzdem ist sie 2026 nicht immer die wirtschaftlichste Wahl – denn seit die Einspeisevergütung so niedrig ist, zählt vor allem, wie viel Solarstrom du selbst nutzt. Und da hat die Ost-West-Ausrichtung oft die Nase vorn.

Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Ausrichtung und welcher Neigungswinkel wie viel bringen – und warum die „beste" Ausrichtung von deinem Verbrauch abhängt, nicht nur vom Ertrag.

Das Wichtigste zuerst

  • Optimal für den maximalen Ertrag: Südausrichtung mit 30–35° Dachneigung.
  • Eine Ost-West-Anlage liefert ca. 80–90 % des Süd-Ertrags, dafür einen deutlich höheren Eigenverbrauch.
  • Weil selbst genutzter Strom rund 4-mal so viel wert ist wie eingespeister, ist Ost-West 2026 oft sogar wirtschaftlicher als Süd.
  • Nordausrichtung lohnt sich in der Regel nicht.

Welche Ausrichtung ist für Photovoltaik optimal?

Für den höchsten Jahresertrag ist die Südausrichtung (Azimut 0°) mit einem Neigungswinkel von 30 bis 35 Grad das Optimum – hier setzen wir 100 % an. Eine Süd-Anlage produziert die meiste Energie, allerdings gebündelt um die Mittagszeit. Ob das auch das wirtschaftliche Optimum ist, hängt davon ab, wann du deinen Strom brauchst.

Der optimale Neigungswinkel

In Deutschland liegt der ideale Neigungswinkel zwischen 30 und 35 Grad. Flachere oder steilere Dächer kosten nur wenige Prozent Ertrag – die Ausrichtung nach Himmelsrichtung wirkt stärker als kleine Abweichungen beim Winkel. Ein sehr flaches Dach (10–15°) bringt Süd-Anlagen leichte Einbußen, Ost-West-Anlagen dagegen sogar Vorteile.

Süd vs. Ost-West: Ertrag und Eigenverbrauch

Ausrichtung Jahresertrag (rel.) Eigenverbrauch
Süd 100 % Ertrag gebündelt mittags
Ost-West ca. 80–90 % 10–15 Prozentpunkte höher
Ost oder West einzeln ca. 80 % morgens bzw. abends
Nord deutlich niedriger nicht empfohlen

Eine Ost-West-Anlage verteilt den Ertrag über den ganzen Tag – morgens Osten, abends Westen. Genau dann verbraucht ein normaler Haushalt seinen Strom. Deshalb liegt die Eigenverbrauchsquote 10 bis 15 Prozentpunkte höher als bei Süd.

Warum Ost-West 2026 oft die bessere Wahl ist

Die Rechnung ist einfach: Selbst genutzter Solarstrom ersetzt Netzstrom für rund 35 ct/kWh, eingespeister bringt nur etwa 7,78 ct/kWh – also rund viereinhalbmal weniger. Der etwas geringere Jahresertrag einer Ost-West-Anlage wird durch den höheren Eigenverbrauch meist mehr als ausgeglichen. Wer den Eigenverbrauch weiter steigern will, kombiniert die Anlage mit einem Heimspeicher. Dazu kommt: Auf ein Ost-West-Dach passen oft mehr Module. Wie stark der Eigenverbrauch zählt, zeigt der Ratgeber Autarkiegrad.

Andere Ausrichtungen und Verschattung

Eine reine Ost- oder Westanlage liefert etwa 80 % des Süd-Ertrags – gut für alle, die vor allem morgens oder abends viel Strom brauchen. Von einer Nordausrichtung ist abzuraten, sie lohnt sich nur in Ausnahmefällen. Wichtiger als die letzte Optimierung des Winkels ist es, Verschattung zu vermeiden: Schon ein einzelner Schatten von Baum, Schornstein oder Nachbargebäude kann den Ertrag eines ganzen Strings drücken. Gegen Teilverschattung helfen Leistungsoptimierer an den betroffenen Modulen.

Technik: Ost-West braucht zwei MPP-Tracker

Bei einer Ost-West-Anlage sollte der Wechselrichter mindestens zwei MPP-Tracker haben – je einen String pro Dachseite. Sonst drohen 5 bis 15 % Ertragsverluste, weil die beiden Seiten zu unterschiedlichen Zeiten Strom liefern. Passende Geräte findest du bei den Wechselrichtern.

Häufige Fragen

Welche Ausrichtung ist für eine Solaranlage am besten?

Für den maximalen Ertrag Süd mit 30–35° Neigung. Für maximale Wirtschaftlichkeit über den Eigenverbrauch ist Ost-West 2026 oft die bessere Wahl.

Wie viel weniger Ertrag bringt Ost-West gegenüber Süd?

Rund 10–20 % weniger Jahresertrag, dafür eine deutlich höhere Eigenverbrauchsquote, die den Unterschied meist ausgleicht.

Was ist der optimale Neigungswinkel?

In Deutschland 30 bis 35 Grad. Abweichungen kosten nur wenige Prozent Ertrag.

Lohnt sich eine Nordausrichtung?

In der Regel nicht. Der Ertrag ist deutlich niedriger; sinnvoll höchstens als Ergänzung auf großen, flach geneigten Dächern.

Tipp: Welche Ausrichtung für dein Dach und deinen Verbrauch am meisten bringt, prüfen wir kostenlos und planen die Anlage entsprechend. Fordere eine Beratung an oder sieh dir unsere Solarmodule und die Unterkonstruktion an. Komplette PV-Komplettpakete mit Speicher gibt es ebenfalls bei uns.

Angaben Stand 2026, ohne Gewähr. Erträge und Eigenverbrauchswerte sind Richtwerte und hängen von Standort, Dach und Verbrauch ab.

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